REM-Schlaf, Träume & Gedächtnis: So erinnerst du dich besser an nächtliche Abenteuer

Seltsame Dinge geschehen jede Nacht mit dir – etwa alle eineinhalb Stunden verfällst du in einen recht eigenartigen Zustand: Dein Herz schlägt schneller, deine Atemfrequenz und dein Blutdruck steigen, deine Augen wandern trotz geschlossener Lider rastlos hin und her… Die sogenannte “REM-Phase” deines Schlafs hat begonnen.

In diesem Beitrag erfährst du mehr über die Hintergründe dieses wissenschaftlich immer noch heiß debattierten Bestandteils unseres Schlafzyklus’, sowie ein paar hilfreiche Tipps & Tricks, wie du diesen Abschnitt deines Schlafs nutzen kannst, um dich besser an deine Träume zu erinnern.

 

Was passiert während der REM-Phase?

Durch Zufall entdeckten erstmals 1953 amerikanische Wissenschaftler diesen interessanten Abschnitt des menschlichen Schlafzyklus. Die REM-Phase verdankt ihren Namen den schnellen Augenbewegungen, die für diesen Abschnitt des Schlafs charakteristisch sind. REM steht für “rapid eye movements” (“schnelle Augenbewegungen”). Hinsichtlich der exakten Ursache und der Rolle dieser schnellen Augenbewegungen ist man sich übrigens in der Schlafforschung bis heute noch nicht so ganz einig.

Im Rahmen weiterer Studien stellten Schlaf- & Traumforscher über die Jahrzehnte zudem fest, dass Menschen, die aus der REM-Phase geweckt werden, häufiger von Träumen berichten als Versuchspersonen, die aus anderen Schlafphasen geweckt werden. Viele Forscher schlussfolgerten daraus, dass Träumen allgemein mit REM-Schlaf gleichzusetzen und elementar für die psychische Gesundheit sei.

Dies ist in der Fachwelt nicht unumstritten: Viele Beobachtungen und Berichte aus Schlaflaboren deuten darauf hin, dass auch in anderen Schlafphasen geträumt wird. Allerdings handelt es sich bei den Träumen in den sogenannten “NREM-Phasen” (“Non-Rapid-Eye-Movement”) nicht um die typischen lebendig-wirkenden und komplexeren Träume des eigentlichen Traumschlafs, sondern um zumeist eher kurze und rational-geprägte Konstrukte unseres Geistes.

 

Was ist die Funktion von REM-Schlaf?

Über die Aufgaben und Funktionen der REM-Phase für menschlichen Geist und Körper herrscht im Bereich der Schlafforschung noch keine Einigkeit. Eine Vermutung ist, dass während dieser Schlafphase emotionale Sinneseindrücke, Alltagserlebnisse und vergangene Situationen verarbeitet und die aufgenommenen Informationen dabei ins Langzeitgedächtnis übertragen werden. Die exakte Rolle der Träume dabei wird derzeit noch erforscht.

 

Wie lange dauert die REM-Phase?

In einem durchschnittlichen Schlaf von 8 Stunden finden 3-6 REM-Phasen statt. Insgesamt verbringen wir somit rund 20 Prozent jeder Nacht in REM-Schlafphasen. Im Gegensatz dazu verbringen Neugeborene noch mehr als die Hälfte ihres Schlafs in einem REM-Phasen-ähnlichen Zustand.

Hier ein kurzer Überblick über den menschlichen Schlafzyklus aus unserem umfangreichen Artikel über die Schlafphasen des Menschen:

Sich besser an Träume erinnern dank “REM-Rebound-Effekt”

Die REM-Phase lässt sich durchaus mit relativ einfachen Mitteln beeinflussen. Warum man das tun sollte und was das bringt? Du kannst dich dadurch z.B. besser an die eigenen Träume erinnern. Der REM-Schlaf ist schließlich, wie eingangs erwähnt, die Haupttraumphase. Hier sind die Träume besonders intensiv.

Wird man mehrere Nächte hintereinander aus dem REM-Schlaf geweckt, kommt es zu einem interessanten Effekt: Der prozentuale REM-Anteil erhöht sich in darauf folgenden, ungestörten Nächten von den normalerweise ca. 20% Anteil auf bis zu 27%-29% des Schlafs – der Anteil an Traumphasen erhöht sich dementsprechend im gleichen Maße. Diesen Effekt der Unterdrückung von REM-Phasen, damit sie anschließend verstärkt auftreten und Details besser im Kurzzeitgedächtnis erhalten bleiben, bezeichnet man in der professionellen Schlafforschung auch als “REM-Rebound-Effekt”.

 

Wie lässt sich der REM-Rebound-Effekt auslösen?

Es gibt mehrere Wege um den REM-Rebound-Effekt auszulösen. Erfahrungsgemäß am besten funktionieren folgende Methoden:

 

REM-Schlafentzug durch Schlafphasen-Wecker oder z.B. Flüssigkeitsaufnahme

Der Einsatz von Schlafphasenweckern oder ähnlichen Geräten wie z.B. Fitnesstrackern & -Armbändern, Schlafmessgeräten, etc. machen es einem mittlerweile sehr viel einfacher, sich zu bestimmten Zeitpunkten des Schlafzyklus’ wecken zu lassen. Für die Einleitung des REM-Rebound-Effekts ist vor allem das Aufwachen kurz vor dem Erreichen der REM-Schlafphase von Bedeutung.

Bei einer weiteren Option kommt man auch ohne Hightech aus, um dies zu erreichen: Indem z.B. kurz vor dem Schlafengehen drei große Gläser Flüssigkeit getrunken werden. Die Flüssigkeitsaufnahme führt nämlich dazu, dass man kurz vor Eintritt der fünften Schlafphase aufwacht, somit die nächsten REM-Phasen intensiver ausfallen und man diese dann einfacher in Erinnerung behält. Dies hat der Harvard-Professor Robert Stickgold zumindest im Laufe seiner Forschungen herausgefunden.

Ganz ohne Nebenwirkungen sind diese Optionen beide nicht: Sowohl die künstliche Veränderung des Schlafzyklus’ durch Schlafphasenwecker & technische Geräte, als auch der nächtliche Gang auf das stille Örtchen machen den Schlaf insgesamt weniger erholsam – hier gilt es abzuwägen, ob einem eine optimierte Erinnerungsfähigkeit an Träume mehr Wert ist, als eine durchgängige Nachtruhe.

 

REM-Rebound-Effekt durch natürliche Schlafpräparate verstärken

Viele natürliche Schlaf-Präparate, wie z.B. Baldrian, Hopfen, Lavendel, Passionsblumenkraut & Co haben auch Auswirkungen auf den Schlafzyklus – unabhängig davon, ob sie als Tee konsumiert werden oder auch bspw. ganz leicht als Öl auf Kissen geträufelt werden. So kann u.a. nach mehreren Anwendungen die Tiefschlafphase verlängert und die REM-Phase zugleich deutlich verkürzt werden. Weitere Informationen zu pflanzlichen Einschlafhelfern findest du übrigens in unserem Beitrag “Natürliche Einschlafhelfer: Besser gesund einschlafen”.

Werden nach einigen Anwendungen bzw. Nächten dann die natürlichen Präparate abgesetzt, tritt in den darauffolgenden Nächten der REM-Rebound-Effekt ein – der Körper verstärkt den REM-Schlaf. Dies vervielfacht Anzahl und Dauer der eigenen Traumaktivitäten erheblich. Ein weiterer Vorteil der natürlichen Präparate: Eine sehr gute Verträglichkeit, auch und gerade bei empfindlicheren Menschen.

Falls du dies testest, wünschen wir dir viel Erfolg und Spaß im Land der Träume! 🙂

 

Text: HONGi / Bilder: StergoHONGi

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