8 verrückteste Osterbräuche aus aller Welt

Ist dir die gemütliche Eiersuche am Ostersonntag zu langweilig? Suchst du nach mehr Aufregung und Adrenalin pur? Dann packe deine Koffer und besuche eines der folgenden Länder, denn dort findest du die verrücktesten, wildesten oder sinnlosesten Osterbräuche. Bereit? Schnall dich an, wir starten los!

 

Ostern in Bulgarien

 Ostereiersuche war gestern. Wie wäre es mit einer wilden Eierschlacht? Ja, richtig gelesen! In Bulgarien kannst du echte Eier fliegen lassen, damit Menschen bewerfen und keiner wird dir böse sein. Sobald die Messe am Ostersonntag beendet ist, beginnt der Spaß. Weder die Kirchenmauern noch die eigene Familie bleiben verschont. Die Eier fliegen nur so durch die Gegend. Man könnte glauben, dass sich derjenige glücklich schätzen kann, der kein Ei abbekommt, aber nein! Erwischt zu werden ist in Ordnung, wenn dein Ei beim Aufprall nicht zerbricht. Belohnt wirst du dafür mit einem Jahr voller Erfolg. Zumindest glauben es die Bulgaren. Bevor die Eier aber überhaupt geworfen werden können, werden sie auch in diesem Land gefärbt. Meistens rot, als Symbol für das Blut Jesu Christi. Kleiner Tipp von uns: Lade zu einem Ostertrip nach Bulgarien alle Menschen ein, die dir schon länger im Magen liegen. Die Vorstellung, deinen Chef mit ein paar Eiern bewerfen zu dürfen, ist doch gar nicht so schlecht. Oder?

 

Ostern in Frankreich

 Keine Lust auf zu viel Bewegung? Wer Eier werfen zu anstrengend findet, wird sich vielleicht beim Eier essen besser fühlen. Dazu brauchst du nur nach Frankreich zu fahren. In der Stadt Bessières wird am Ostersonntag ein gigantisches Omelette aus über 5000 Eiern an alle Einwohner und schaulustige Touristen verteilt.

Großes Omelette aus FrankreichDiese Tradition stammt aus der napoleonischen Zeit. Angeblich hat Napoleon in Bessières zu Ostern so ein gutes Omelette gegessen, dass er am nächsten Tag befahl, eine riesige Portion für das ganze Heer zuzubereiten.

Dieser Brauch wurde seitdem so fortgesetzt. Das Omelette gilt außerdem als Symbol der Freundschaft und des kulturellen Austausches. Deshalb wird diese Tradition auch in mehreren Städten in den USA und Kanada gelebt.

 

Ostern in England

Wenn wir schon bei verrückten Osterbräuchen sind, dürfen wir England nicht vergessen. Engländer schnappen sich zum Osterfest Weidenkätzchenzweige, um ihr Gegenüber damit zu tätscheln. Sie erhoffen sich von dieser Tradition Glück für das nächste Jahr zu erlangen. Weniger verrückt ist diese Spende-Tradition: Am Gründonnerstag werden verschiedene Gebrauchsgegenstände und Geld gespendet. Die Anzahl der Geschenke entspricht den Lebensjahren der Queen. Heuer gab es also jede Menge davon. Zudem gibt es eine Zeremonie, in der ihre Majestät persönlich zwei kleine Ledertaschen an jeden Teilnehmer verteilt. In der roten Tasche befindet sich Geld für Essen und Kleidung. In der weißen Tasche befindet sich eine silberne Maundy-Münze für jedes Lebensjahr der Queen. Irgendwie nett, oder?

 

Ostern in Schottland

 In Schottland kommt man ohne Eier nicht weiter. Hier wird nämlich das berühmte Eierrollen praktiziert. Hart gekochte Eier werden so lange gerollt, bis die Schale völlig kaputt ist. Das Ei, das am weitesten kommt ohne zu zerbrechen, gewinnt. Auch wenn das Ganze eher nur lustig klingt, steht doch ein religiöser Hintergedanke hinter dieser Tradition. Das Rollen der Eier soll das Wegrollen der Steine vor dem Grab von Jesus symbolisieren.

 

Ostern auf den Philippinen

Kannst du von unserer Reise durch die absurdesten Bräuche nicht genug kriegen? Dann willkommen auf den Philippinen! Und bringe deine Kinder in Sicherheit, falls du welche hast. Denn sobald auf den Philippinen am Ostersonntag die Kirchenglocken läuten, greifen alle Eltern nach ihren Kindern und heben sie hoch. Aber nicht so, wie man es kennt – unter die Arme greifen und los geht’s. Nein! Die Kinder werden am Kopf hochgehalten. Und zwar im Glauben, dass sie dadurch besser wachsen. Was soll man dazu sagen? Vielleicht nur so viel, dass den guten Menschen endlich jemand erklären sollte, dass andere Kinder auf der ganzen Welt auch ohne diese komische Tradition groß werden. Und dass man nicht alle Traditionen pflegen muss.

 

Ostern in der Slowakei

Wer nicht zu weit reisen möchte und trotzdem etwas Verrücktes erleben will, der muss nur in die Slowakei fahren. Dort wird es feucht am Ostermontag, denn man veranstaltet eine wilde und gar nicht frauenfreundliche Wasserschlacht. Slowakische Männer und Buben versuchen mittels Eimern, Wasserpistolen und sonstigen Gefäßen alle Frauen und Mädchen nass zu machen. Teilweise werden sie auch mit Parfüm bespritzt. Ja, sie riechen spannend, wenn mehrere Herren vorbeikommen…

Wasserschlacht in der Slowakei zu Ostern.In manchen Regionen werden Frauen auch mit geflochtenen Weidenpeitschen geschlagen! Wer glaubt, es ist verrückt genug, der hat keine Ahnung, denn das Verrückteste kommt erst: die Männer kriegen dafür Geld und Süßigkeiten von den Frauen! Ein Land, in dem Gewalt an Frauen von den Frauen selbst belohnt wird. Es gibt nichts, was es nicht gibt. Der eigentliche Sinn dieser Tradition liegt darin, dass die Frauen  begossen werden, um “frisch” und “hübsch” zu bleiben und sie werden getätschelt, damit sie weiterhin so fleißig sind wie bisher. Die meisten Frauen werden nach Ostern allerdings – der Wasserschlacht sei dank – eher krank, als hübsch und fleißig.

 

Ostern in Dänemark

OK, wir lassen dich nun durchatmen und stellen eine Tradition vor, die eher süß ist und gar nicht verrückt. Ein ganz besonderer Osterbrauch, der schon 500 Jahre alt ist, wird in Dänemark gepflegt: Hier basteln die Kinder einen sogenannten „Gækkebrev“, also einen geheimen Narrenbrief. Diesen bemalen sie kunstvoll und in die Mitte schreiben sie einen Vers. Wenn sie ganz kreativ sind, können sie diesen auch selber dichten. Am Ende wird der Brief mit mehreren Punkten anstatt des Namens unterschrieben. Die ahnungslosen Eltern müssen danach raten, wer diesen Brief geschickt hat. Die armen Eltern schaffen es natürlich nicht den Absender zu erraten und müssen die Kinder dafür mit Schokoeiern belohnen.

 

Ostern in Griechenland

Langsam geht unsere Reise zu Ende und weil am Ende oft ein Feuerwerk den Himmel erleuchtet, wollen wir auch unsere Osterbräuche mit einem besonderen Feuerwerk abschließen. “Waaaaas?”, fragst du dich bestimmt. Wir klären gleich auf: Die griechische Insel Chios ist dafür bekannt, dass dort in der Nacht vor Ostersonntag um die 60.000 handgemachte Feuerwerksraketen verschossen werden. Ok, “handgemachte Raketen” klingen schon verrückt genug. Aber die Griechen treiben diesen Wahnsinn noch viel weiter. Die Raketen werden auf den Glockenturm der konkurrierenden Kirchengemeinde gezielt! (Wir wollen nicht wissen, was passiert, wenn man trifft und wie die Türme danach aussehen.) Diese, sagen wir außergewöhnliche Tradition, geht zurück auf die Zeit der osmanischen Besatzung.

Der Erzählungen nach wurde damals das Feiern des Osterfestes verboten. So täuschten die Kirchengemeinden einen Krieg vor, um die Osmanen zu verjagen und Ostern friedlich zelebrieren zu können. Wieso sie sich bis heute gegenseitig beschießen, erklärt diese Geschichte dennoch nicht. Vielleicht sollten wir denen sagen, dass die Osmanen schon längst weg sind..?

Im beiliegenden Video kannst du dir einen Eindruck von der osterlichen Chios-Schlacht verschaffen.

Ob Wasser gießen, Peitschen flechten, Omelette essen oder Eier werfen: Wir hoffen, dass jeder etwas für sich entdeckt hat. Und vielleicht werden einige von euch die Ostereiersuche viel mehr genießen können, wenn einem dabei bewusst wird, wie vergleichsweise beschaulich und friedlich das Osterfest im deutschsprachigen Raum ist.

 

In diesem Sinne wünscht euch das HONGi-Team frohe Ostern und eine erfolgreiche Eiersuche!

Text: HONGi / Bild: RyanMcGuire, Ladepeche, Startitup

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