Innere Uhr & Schlafrhythmus: Warum schlafen Frauen anders als Männer?

Das weibliche Geschlecht hat im Vergleich zu unseren Herren der Schöpfung zumeist weitaus häufiger mit Schlafstörungen zu kämpfen. Ein internationales Team aus Schlaf-Experten und Forschern hat deshalb vor einiger Zeit genauer untersucht, ob es einen Zusammenhang zwischen der Regulation des individuellen Schlafrhythmus‘, also der „inneren Uhr“ des Menschen, sowie dem jeweiligen Geschlecht gibt. Kann es tatsächlich sein, dass Frauen anders schlafen als Männer? In diesem Beitrag schauen wir uns das ganze mal etwas genauer an.

 

Haben Frauen tatsächlich einen anderen Schlafrhythmus?

Um den normalen Schlaf-Wach-Rhythmus von Frauen und Männern exakter untersuchen zu können, hat ein internationales Schlafforschungsteam Unterschiede in den Schlafweisen von Menschen und Tieren sowie den jeweiligen Geschlechtern näher betrachtet und untersucht. So fanden die Experten z.B. heraus, dass die Rhythmen von Schlaf, die Körperkerntemperatur, sowie das subjektive Wachheitsgefühl bei Damen ganz anders aussehen und verlaufen, als bei Männern.

Wie die Experten in der Fachzeitschrift PNAS („Proceedings of the National Academy of Sciences“) im Rahmen eines Artikels veröffentlichten, ist der Schlafrhythmus von Frauen im Allgemeinen deutlich anders getaktet als bei Männern. Insgesamt 157 Probanden nahmen an dieser Studie teil, welche von 1985 bis 2010, also über insgesamt 25 Jahre, im Schlaflabor der Harvard Medical School in Boston (USA) durchgeführt wurde. Über 36 Stunden folgten die Studienteilnehmer im Schlaflabor vorgegebenen Schlaf-Zyklen.

Jede Stunde wechselte der jeweilige Zyklus zwischen Schlaf- und Wachzustand. Neben zahlreichen anderen Werten, zeichneten die Experten bei den Probanden Veränderungen des Melatonin-Spiegels auf. Das Hormon Melatonin spielt gerade beim Schlaf des Menschen eine bedeutende Rolle: Sowohl beim subjektiven Gefühl der Müdigkeit als auch bei der Temperatur des Körperkerns. Melatonin besitzt großen Einfluss auf die Steuerungsfunktionen des Körpers in Säugetieren wie dem Menschen.

Trotz eines exakt gleich aufgestellten Schlaf-Zeitplans, bewirkte die innere Uhr der weiblichen Probanden zugleich stets, dass diese etwas früher bzw. schneller einschliefen. Zugleich wachten sie sogar meist früher auf als die männlichen Studienteilnehmer. Wurden die Frauen zudem des Nachts aus dem Schlaf gerissen, fühlten sich diese durch die Störung der Nachtruhe weitaus weniger wach als die männlichen Schläfer.

 

Frauen leiden doppelt so häufig an Störungen des Schlafrhythmus‘

Da der Schlaf-Wach-Rhythmus je nach Geschlecht somit gewisse Unterschiede aufweist, können diese neuen Erkenntnisse durchaus darauf hinweisen, warum Frauen vergleichsweise eher und häufig mit Schlafproblemen und Einschlafschwierigkeiten zu kämpfen haben: So ließen die Resultate der Untersuchungen schlussfolgern, dass Frauen eventuell erst zu einem späteren Zeitpunkt in ihrem Schlaf-Wach-Zyklus schlafen gehen, während sich Männer bereits in einer früheren Phase dieses inneren Tages-Zyklus ins Bett legen.

Diese Abweichung kann unter Umständen zum Teil dafür verantwortlich sein, dass viele Frauen im Vergleich zu Männern schlechter einschlafen und auch weniger gut durchschlafen können. So ist heute bekannt, dass Frauen doppelt so häufig mit Schlaflosigkeit zu kämpfen haben, als Männer. Frühere Forschungsarbeiten unterschiedlicher US-Institutionen aus den 1990er Jahren hatten nämlich bereits früher gezeigt, dass die unterschiedlichen Phasen des Menstruationszyklus den biologischen Schlafrhythmus sowie die Temperatur des weiblichen Körperkerns zu beeinflussen scheinen.

 

Frauen nehmen ihre Probleme gerne mit ins Bett

Neben den bereits genannten unterschiedlichen Forschungsergebnissen ist es zudem so, dass überdurchschnittlich viele Frauen an Schlaflosigkeit leiden, weil sie auch im Bett nur schwer abschalten können. Stete Herausforderungen im privaten Bereich, wachsender Stress auf der Arbeit, mehrfach miteinander verschränkte Belastungen oder schlicht die Anstrengung, das alltägliche Chaos im Zaum zu halten, beschäftigen viele Damen so sehr, dass sie einfach nicht zur Ruhe kommen können. Oftmals wird während des Einschlafens schon der nächste Plan für den morgigen Tag aufgestellt, so dass es kaum verwunderlich ist, dass sich der Schlaf nicht ordentlich einstellen will.

Manchmal können einfache Hausmittel bzw. Klassiker wie Entspannungsbäder dem entgegenwirken und dabei helfen, dem Alltagsstress temporär zu entfliehen. Auch das Lesen eines ablenkenden Buches oder ein bisschen abendlicher Sport können in dieser Hinsicht unterstützend wirken und beim Ein- sowie Durchschlafen hilfreich sein.

Falls du auf der Suche nach weiteren Tipps & Tricks bist, um etwaige Einschlafschwierigkeiten zu reduzieren oder auch bloß um morgens erholter in den Tag starten zu können, möchten wir dir zum Abschluss noch unsere beiden Beiträge „3 Tipps für einen stressfreien Guten Morgen“ sowie „Gutes Aufstehen will gelernt sein: 3 Tipps um morgens einfacher aus dem Bett zu kommen“ empfehlen.

Falls du dich hingegen eher für die mentalen Hintergründe von Schlaf interessierst, sei dir unser Artikel „Wie sich Schlaf auf die Psyche auswirkt“ ans Herz gelegt. So oder so, wir wünschen dir einen erholsamen wie entspannenden Schlaf! 🙂

 

Text: HONGi / Bild: Kinga Cichewicz

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