Wie viel Schlaf ist gesund?

Schlaf ist lebenswichtig – sowohl für uns Menschen als auch für so flauschige Lebewesen wie oben. Im Schlaf entspannt und regeneriert sich der Organismus, unabhängig von Gewohnheiten, Lebensalter und Vorlieben. Doch warum schlafen wir, wie viel Schlaf braucht man tatsächlich, welche individuellen Unterschiede im Schlafbedürfnis gibt es und wie viel Schlaf ist wirklich gesund? Auf diese interessanten sowie wichtigen Fragen gehen wir im Rahmen dieses Beitrags weiter ein.

 

Warum schlafen wir? Funktionen von Schlaf

Über den Sinn und Zweck des Schlafs wird schon lange sowohl debattiert und gemutmaßt als auch geforscht. Zudem wurden und werden diverse Vermutungen und Theorien in unterschiedlichen Fachdisziplinen aufgestellt. Es steht jedoch definitiv fest, dass der Schlaf im Allgemeinen wichtig für den gesamten Organismus zu sein scheint: Im Schlaf können Körper und Geist entspannen und sich regenerieren. Die Erlebnisse und Informationen des vergangenen Tages werden gespeichert bzw. sortiert sowie kategorisiert und neue Energie wird für den kommenden Tag gesammelt.

Speziell die unterschiedlichen Phasen des menschlichen Schlafs sind von großer Bedeutung: Je nach Schlafphase werden die Körperfunktionen in unterschiedlicher Weise heruntergefahren oder laufen in einer Art Sparmodus ab. Atmung und Herzschlag werden u.a. langsamer, die Muskulatur entspannt sich und die inneren Organe laufen quasi auf Sparflamme. Andererseits entstehen im Gehirn neue Nervenverbindungen, beschädigtes Gewebe wird repariert, das Immunsystem gestärkt und auch der Stoffwechsel wird durch den Schlaf beeinflusst.

Mehr Informationen zu den unterschiedlichen Schlafphasen, den Schlafzyklen sowie ihren Eigenschaften und Funktionen findest du übrigens in unserem ausführlichen Artikel über die Schlafphasen des Menschen.

 

Wie viel Schlaf braucht man tatsächlich?

Zu wenig Schlaf kann die Gesundheit belasten, doch wie viel Schlaf wir tatsächlich benötigen, lässt sich pauschal meist nicht beantworten und hängt von einer Vielzahl individueller Faktoren ab.

So kann bspw. bereits das Geschlecht eine große Rolle spielen: Laut dem Grazer Schlafforscher Manfred Walzl brauchen Frauen im Durchschnitt 8-9 Stunden Schlaf, Männer können hingegen in der Regel schon mit 7-8 Stunden nächtlicher Ruhe ganz gut auskommen. Dies ist nur einer von vielen Geschlechter-Unterschieden beim Schlafen.

Der individuelle Schlafbedarf ist – vom Geschlecht einmal abgesehen – zum größten Teil genetisch bedingt. Diverse Studien (siehe z.B. diese Studie der Universität San Diego) haben jedoch deutlich gemacht, dass sich unsere kognitiven Fähigkeiten verbessern können, wenn wir generell mindestens 7 Stunden unterbrechungsfreien Schlaf pro Nacht genießen.

Das bedeutet z.B., dass wir nach den circa 7 Stunden Aufenthalt im Land der Träume, anschließend wesentlich besser lernen, sehen, uns in der Umgebung orientieren und Dinge um uns herum wahrnehmen können. Auch die Kreativität kann dadurch verbessert werden. All diese Fähigkeiten verschlechtern sich bei den meisten Menschen, wenn länger als 8 oder weniger als 7 Stunden geruht wird.

Das individuelle Schlafbedürfnis kann sich aber auch in Zeiten besonderer physischer und / oder psychischer Belastungen verändern. Wer unter Dauerstress leidet, benötigt somit meist deutlich längere Phasen der Regeneration.

Bestes Indiz für eine ausreichende Schlafdauer ist jedoch stets das eigene Befinden: Wer sich regelmäßig tagsüber gut erholt, fit sowie leistungsfähig fühlt, kann eher davon ausgehen, Schlafdauer & Schlafumfang gefunden zu haben, die ideal sind. Ein von der Norm abweichendes Schlafbedürfnis muss also dementsprechend kein Grund zur Besorgnis sein.

 

Kurz- oder Langschläfer: Wer schläft gesünder?

Der Schlafbedarf kann bei Erwachsenen individuell verschieden sein. Damit die eigene Nachtruhe entspannend, regenerierend und für den Körper gesund ist, sollten jeweils der richtige Schlafrhythmus und die optimale Schlafdauer gefunden werden.

Ein optimaler Schlafrhythmus ist immer dann gegeben, wenn die einzelnen Schlafphasen optimal durchlaufen werden. Die individuell passende Schlafdauer muss somit jeder für sich selbst herausfinden. Es lohnt sich in dieser Hinsicht auch darauf zu achten, nach welcher Schlafdauer man sich am nächsten Tag gut erholt und voller Tatendrang fühlt.

Wer auf diese Faktoren achtet und dem eigenen individuellen Schlafbedarf folgt, hat stets eine gute Chance auf gesunden Schlaf und es ist dann egal, ob man ein Kurzschläfer, Normalschläfer oder auch ein Langschläfer ist. Wird der ideale Schlafbedarf jedoch regelmäßig über- oder unterschritten, kann sich dies negativ auf die eigene Gesundheit auswirken.

Bei regelmäßiger Überschreitung der optimalen Schlafdauer steigt das Risiko von Bluthochdruck und Herzerkrankungen, bis hin zu einer erhöhten Auftrittswahrscheinlichkeit von Schlaganfällen und / oder Diabetes. Außerdem führt zu langes Schlafen nicht selten zu stärkerer Schlappheit bzw. Tages-Müdigkeit. Dies liegt daran, dass Langschläfer meist nicht durchschlafen können und dadurch weniger Tiefschlafphasen erleben.

Für diejenigen, die regelmäßig weniger schlafen als es ihr individueller Schlafbedarf erfordert, steigen ebenfalls die Risiken hinsichtlich Blutdruck- und Herzerkrankungen. Das gesundheitliche Risiko für Kurzschläfer ist jedoch in der Regel geringer als das von Langschläfern. Schlafmangel führt dafür häufiger zu Übergewicht, da die Körper von Kurzschläfern tendenziell, aufgrund des erhöhten Energiebedarfs (im Schlaf wird weniger benötigt bzw. verbraucht), mehr Kalorien benötigen.

 

Braucht man im hohen Alter wirklich weniger Schlaf?

Auch das Lebensalter spielt eine große Rolle hinsichtlich Bedarf und Umfang des menschlichen Schlafs: Während Kleinkinder & Kinder einen recht hohen Schlafbedarf haben und die meiste Zeit des Tages mit Schlafen verbringen, nimmt bereits bei Teenagern der Umfang an benötigtem Schlaf kontinuierlich ab. Erst im Erwachsenenalter pendelt sich der Schlafbedarf dann bei den durchschnittlichen 6-8 Stunden pro Tag ein.

Warum genau das Lebensalter eine große Rolle bei der Ermittlung des Schlafbedarfs spielt, ist weiterhin unklar. Entsprechend hartnäckig halten sich dementsprechend auch einige „Schlaf-Mythen“, wie die Behauptung, dass Menschen mit zunehmendem bzw. sehr hohen Lebensalter weniger Schlaf benötigen sollen, was dann von manchen gelegentlich – und meist mehr oder minder bös‘ gemeint – als „senile Bettflucht“ tituliert wird.

Was für Kinder und Jugendliche zwar hinsichtlich des Schlafbedarfs und -Umfangs stimmen mag, ist bei Erwachsenen jedoch definitiv nicht so: Ältere Menschen brauchen nicht weniger Schlaf als junge Menschen. Was sich jedoch mit zunehmendem Alter deutlich verändert, ist der Zeitpunkt des Einschlafens. Junge Menschen gehen tendenziell eher später ins Bett und schlafen morgens entsprechend länger als ältere Menschen. Mit zunehmendem Alter gehen die meisten Menschen dann früher ins Bett und wachen morgens dementsprechend früher auf. Je älter ein Mensch wird, desto mehr verschieben sich also die Wach- bzw. Aktivitätsphasen in andere Tageszeiten.

 

Text: HONGi / Bild: Ivoxis auf Pixabay

0 Comments

Einen Kommentar abschicken

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert.

Mehr lesen

Kontaktdaten

Telefon: 0800 22 33 177
Email: [email protected]
Website: www.hongi.com

Pin It on Pinterest

Share This