Nacktschlafen – ein Phänomen greift um sich

In unseren Breitengraden ist das Nacktschlafen an sich nicht sehr verbreitet – gerade in heißen Sommernächten mag es für manche verlockend sein, nackt zu schlafen, doch nur die wenigsten tun dies regelmäßig.

Laut Studien von Schlafforschern und diversen Umfragen verbringen nur rund 13-15 % aller Mitteleuropäer ihre Nacht nackt im Bett. Stattdessen bevorzugen viele neben ihrer normalen Unterwäsche Schlafanzüge, Pyjamas oder ähnliches – mehr oder minder attraktives – Schlafgewand.

Doch Nackt zu schlafen ist eine durchaus sinnvolle und gesunde Art zu schlafen – nicht nur im Sommer. In diesem Artikel nehmen wir die Vorteile des Nacktschlafen etwas genauer unter die Lupe.

Kurzer historischer Exkurs in nächtliche Schlafbekleidungen

A uch wenn bei uns gegenwärtig, wie eingangs erwähnt, nur eine Minderheit der Bevölkerung zu den bekennenden Nacktschläfern gehört, war es in früheren Zeiten durchaus üblich, nackt ins Bett zu gehen.

Bis ins 16. Jahrhundert hinein war es auch in unserem Kulturraum noch völlig normal, nackt zu schlafen. Erst um 1500 herum kam in Italiens Oberschicht die Mode auf, ein Nachthemd beim Schlafen zu tragen. Dies setzte sich in den darauf folgenden Jahrhunderten auch bei uns als Unisex-Schlafbekleidung durch.

Im Laufe des 17. Jahrhunderts kam dann die Mode auf, dass Herren unter ihrem Nachthemd eine längere Unterhose trugen – die Geburtsstunde des Schlafanzugs bzw. Pyjamas, welche uns zum Teil bis in die Gegenwart begleiten.

Welche Vorteile hat Nacktschlafen?

N ackt zu schlafen fördert u.a. den natürlichen Schlafrhythmus, eine gesündere Körpertemperatur und führt in Folge zu einem tieferen und erholsameren Schlaf. Während des Schlafs sinkt die Körpertemperatur der meisten Menschen nämlich deutlich ab. Der Körper kühlt damit auf natürliche Art & Weise aus und ist gegen vier Uhr in der Früh am niedrigsten Punkt angekommen. Nachthemden oder Pyjamas wärmen den Körper in dieser Abkühlungsphase und kann so die natürliche Wärmeregulation des Körpers stören. In weiterer Folge kann es zu unruhigem Schlaf sowie einem gestörten Schlaf-Rhythmus kommen. Nacktschlaf wirkt dem entgegen.

Ist Nacktschlafen gut für die Haut?

J a, definitiv. Da der Großteil unserer Haut den gesamten Tag über von Kleidung bedeckt wird, sind viele Grundfunktionen unserer Haut gestört. Dies ist vor allem deshalb problematisch, weil die Haut unser größtes Körper-Organ ist: Sie schützt den menschlichen Organismus vor schädlichen Umwelteinflüssen, ist ein elementarer Regulator der Körpertemperatur, dient der Sinneswahrnehmung sowie der Immunabwehr und sie ist äußerst wichtig zur Produktion von Vitamin D.

Eine gesunde Haut schaut also nicht nur schön aus, sondern dient auch unserer Gesundheit. Viele Hauterkrankungen lassen sich darauf zurückführen, dass die Haut nicht frei atmen kann. Nacktschlafen fördert dementsprechend die Gesundheit und Schönheit unserer Haut und wirkt sich so positiv auf den gesamten menschlichen Organismus aus.

Ist nacktschlafen hygienisch?

J a, entgegen erster Assoziationen, die damit bei einem geweckt werden, ist der Nacktschlaf speziell für den Intimbereich von Männern wie Frauen gesund und kann die Hygiene fördern. Die weiblichen Geschlechtsorgane bieten beispielsweise eine für diverse Bakterien und Pilze ideale Umgebung, wenn die Körpertemperatur zu hoch ist – beim Schlafen mit Bekleidung kann der Intimbereich schnell zu warm werden, während das Nacktschlafen wiederum die natürliche Regulation der Körpertemperatur fördert. Bei Männern sorgt der nackte Schlaf hingegen dafür, dass die Hoden kühl bleiben. So erhöht sich die natürliche Anzahl an Spermien deutlich, während eine durch Kleidung erzeugte, höhere Körpertemperatur eher für das Absterben einer Vielzahl von Spermien sorgt und somit Qualität und Fruchtbarkeit einschränken kann.

Ist Nacktschlaf gut für die Figur?

D urchaus – auch die Figur kann davon profitieren, nackt zu schlafen. Wer nackt schläft, fördert damit einen gesunden Schlaf und verhindert damit die übermäßige Produktion von Stresshormonen. Ein gestörter Schlafrhythmus führt nämlich zu einer vermehrten Produktion von diversen Stresshormonen, während hingegen ein gesunder Schlaf die Stresshormon-Produktion deutlich reduziert. Zu viele Stresshormone wirken nämlich Appetit-fördernd und können wahre Heißhungerattacken anregen.

Heißhunger kann dementsprechend mit Nacktschlaf vermieden werden. Auch eine gesunde Ernährung fällt einem dadurch deutlich leichter, denn auch die eigene Psyche profitiert vom Nacktschlafen und man kann sich leichter glücklich und entspannt fühlen. Sowohl ein gesunder Schlafrhythmus als auch ein erholsamer Schlaf sind wichtig für die physische wie psychische Gesundheit und die eigene Leistungsfähigkeit.

Verbessert Nacktschlafen das Sexleben? Haucht Nacktschlaf Partnerschaften neues Leben ein?

N acktschlafen kann Beziehungen durchaus positiv beeinflussen: Einer englischen Umfrage unter mehr als 1000 Paaren zufolge, sind die Beziehungen von Nacktschläfern potenziell glücklicher als die Partnerschaften von bekleideten Schläfern. Gemeinsames Nacktschlafen mit dem Partner fördert nachweislich die Produktion von Oxytocin. Das auch als „Glückshormon“ oder auch „Kuschel-“ bzw. „Bindungshormon“ bekannte Hormon fördert die zwischenmenschliche Bindung und stärkt das gegenseitige Vertrauen.

Die Partnerbindung kann somit durch Nacktschlaf gestärkt und das sexuelle Verlangen gesteigert werden. Das Hormon Oxytocin wirkt sich darüber hinaus positiv auf das allgemeine Wohlbefinden und den jeweiligen Gemütszustand aus. Es verringert hohe Stresslevels und macht mental ausgeglichener und auf Dauer glücklicher.

Nacktschlafen hat also viele, durchaus angenehme Seiten- und Nebeneffekte. Sofern du nicht sowieso schon zu den Verfechtern des Nacktschlafs gehörst: Vielleicht magst du es auch mal ausprobieren?

Text- & Bildquelle: HONGi

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