Schluss mit dem elterlichen Schlafmangel: 10 erprobte Wege aus der Müdigkeit

Lesedauer: ca. 8 Minuten

Eltern – Schlaf. Zwei Worte, die irgendwie nicht zusammenpassen wollen, werden plötzlich in einem vereint: Elternschlaf. Manch eine müde Mama oder ein erschöpfter Papa lächeln resigniert, wenn sie das Thema der nächtlichen Ruhe aufgetischt bekommen. Denn kaum ein Bereich der Elternschaft ist so herausfordernd, wie der ewige Schlafmangel. 

Ja, es gibt sie auch – die wenigen Exemplare an Eltern, die Schlafmangel tatsächlich kaum kennen. Diese machen ihre ruhigen Nächte im besten Fall aber nicht zum Thema. Ganz unter dem Motto: “Ein ausgeschlafener Elternteil genießt und schweigt.” Denn wirklich niemand will hören, dass der kleine Thomas bereits mit drei Monaten durchgeschlafen hat. Oder dass die kleine Anna-Marie ganze 12 Stunden am Stück schläft – ohne Ausnahme! 

Wieso? Erstens stinkt so eine Angeberei bis zum Himmel und jeder rümpft dabei ungläubig die Nase, und zweitens tun solche Informationen allen unausgeschlafenen Mamas und Papas im Herzen weh. Denn der Großteil der jungen Eltern rennt mit dicken Augenringen durch die Welt und hofft insgeheim irgendwann wieder zumindest ein paar Stunden am Stück schlafen zu können. (Von einer ganzen Nacht traut sich kaum jemand zu träumen…) Doch bis es so weit ist, liegt noch ein weiter Weg vor mancher Familie.

 

Was vorher keiner gesagt hat…

Dass Babys nachts aufwachen und trinken wollen, wissen wohl alle, die über Familienplanung nachdenken. Dennoch gibt es da einige Informationen, die über Generationen verschwiegen, oder nur sehr leise besprochen wurden. Viele frischgebackene Eltern seufzen dabei oft “hätte uns jemand darauf bloß vorbereitet”. Wir – Kämpfer für einen besseren Schlaf – wollen ganz ehrlich sein. Deshalb sagen wir dir, wie es wirklich ist – mit dem Babyschlaf. Zumindest meistens:

  • Manche Neugeborene haben den Schlaf-Wach-Rhythmus komplett falsch eingestellt und verwechseln den Tag mit der Nacht. Diese Verwechslung kann bis zu 6 Wochen dauern, pendelt sich dann aber irgendwann von alleine ein.
  • Die ersten drei Monate ihres Lebens weinen viele Babys abends besonders viel und lassen sich nur durch Tragen in den Schlaf wiegen.
  • Es gibt Babys, die nachts stündlich aufwachen und trinken wollen. Auch nach mehreren Monaten noch.
  • Babys brauchen, vor allem anfangs, sehr viel Körpernähe und wachen auf, wenn sie alleine gelassen werden. Manche brauchen diese Körpernähe auch noch im Kleinkindalter.
  • Es gibt Babys, die schlafen anfangs nur an Mamas oder Papas Körper. Sogar nachts! Elternschlaf Schlafmangel Müdigkeit
  • Manche Babys können nur mit Hilfe von Schaukeln und Wippen einschlafen.
  • Mamas Brust wird manchmal mit einem Schnuller verwechselt und viele Babys schlafen nur mit ihr im Mund – oft die ganze Nacht.
  • Apropos Schnuller – er hilft. Wirklich! Aber er fällt auch oft aus dem Mund und weckt dabei das Baby auf. Und wer noch nie einen Schnuller im Dunklen gesucht hat, der weiß nicht, wie sich ein richtiger Adrenalinschub wirklich anfühlt!
  • Vergiss den 3- oder 4-Stunden-Rhythmus. Kaum ein Baby wacht so regelmäßig auf. Die meisten Babys werden zu unterschiedlichen Uhrzeiten wach und man erkennt kaum ein Muster dahinter.
  • Es gibt immer einen Grund um nicht zu schlafen: volles Näschen, zu warm, zu kalt, Windel nass oder voll, Mama oder Papa zu weit weg, Hunger oder Durst, Nachbars Hunde, Vollmond oder die Tage davor…
  • Babys lieben Partys. Vor allem die Ungeplanten mitten in der Nacht! Das Spielen um 3 Uhr früh macht so viel mehr Spaß.
  • Glaubst du, dass es mit einem Jahr besser wird? Tja. Bei manchen wird es tatsächlich ruhiger, allerdings ist es völlig normal, dass Kinder bis zum vollendeten dritten Lebensjahr mehrmals in der Nacht aufwachen. Auch wenn nur für ganz kurze Zeit. Wenn sie älter sind, kommen sie nachts gerne in dein Bett, um nicht alleine zu sein.
  • Dazu kommt noch – wird dein Baby plötzlich besser schlafen als sonst, wirst du mindestens ein Mal in der Nacht aufwachen um zu schauen, ob dein Kind noch atmet. Garantiert!
  • Ob dein Kind zugedeckt ist, wird auch kontrolliert. Oft schon unbewusst und im Halbschlaf. 
  • Last but not least: Falls dich früher nicht einmal ein Traktor-Konvoi durch dein Schlafzimmer wecken konnte, wird mit Kindern alles anders. Dein Schlaf wird so leicht sein, dass dich schon ein Stolpern einer Ameise aus dem Schlaf reißen wird. Ob es für immer so bleibt? Wissen wir nicht.

Das alles klingt erstmal sehr erschreckend und einschüchternd. Wahrscheinlich schreist du schon innerlich “nie im Leben will ich Kinder haben”, aber glaub uns – wäre das Ganze wirklich so schlimm, wäre die Menschheit bereits schon nicht mehr da. Und weil viele Paare sogar zwei, drei oder mehr Kinder bekommen, können wir dich beruhigen: Die oben genannten Punkte sind Extremfälle und kein Muss und keine Regel! Es ist aber besser, nicht zu blauäugig dem Thema Babyschlaf und somit auch dem Elternschlaf zu begegnen. Denn einfach ist es wirklich nicht – der Schlafmangel und die Dauermüdigkeit. Deshalb wollen wir allen frischgebackenen Eltern – oder allen, die es mal werden wollen – hilfreiche Ratschläge ans Herz legen. Damit die ewige Schlaflosigkeit weniger, oder zumindest erträglicher wird.

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Schlafen wie ein Baby? Bitte nicht!

Eine Langzeitstudie des Deutschen Instituts für Wirtschaftsforschung hat sich den elterlichen Schlaf genauer angesehen und fand folgendes heraus: Der Elternschlaf kann bis zum sechsten Lebensjahr eines Kindes gestört werden. Wobei am schwierigsten die ersten drei Monate nach der Geburt sind. Mehr betroffen davon sind Frauen, bei denen der Schlaf bereits in der Schwangerschaft gestört werden kann. Aber auch Männer erfahren am eigenen Leib was es heißt, bis zu 6 Jahre nicht durchschlafen zu können.

Das klingt nicht so toll, vor allem wenn man bedenkt, dass viele Paare mindestens 2 Kinder bekommen. Mit einem Abstand von 2 Jahren zwischen den Kindern sind also bis zu 8 Jahre möglich. Aber keine Panik: es wird nichts so heiß gegessen, wie es gekocht wird. Auch in diesem Fall heißt es also – mit ein wenig Planung und Tricksen lässt sich jede Schlaflosigkeit gut überstehen. 

 

10 heiße Tipps für weniger Schlafmangel

In erster Linie muss dir klar werden: es ist kein Dauerzustand! Nicht jede Nacht wird so schlimm sein und nicht immer wird dein Kind um 5 Uhr aufstehen und fit aus dem Bett hüpfen. Die Nacht wird kommen, die du durchschlafen wirst – sogar schneller als du denkst. Und bis dahin suche dir aus unseren Tipps diejenige aus, die zu dir und deinem Lifestyle gut passen. Sag deiner Müdigkeit den Kampf an!

 

1. Schlafen, wenn das Baby schläft.

Elternschlaf Schlafmangel MüdigkeitKaum jemand traut sich noch diesen Satz laut auszusprechen, denn wütende Eltern schreien schon, bevor man fertig wird: “Und wann sollen wir den Haushalt machen?” oder “Wann haben wir dann Zeit für uns?” Du bist Mama oder Papa geworden und deine Freizeit wird knapp – dennoch muss man Prioritäten setzen. Und solange deine Augenringe manchen gemütlichen Kopfkissen Konkurrenz machen könnten, ist es wichtiger alles stehen und liegen zu lassen. Dein Wäschekorb rennt dir nicht davon – leider. Zeit für dich wirst du auch irgendwann wieder genießen können. Jetzt steht auf deiner To-do-Liste nur eines: SCHLAFEN! Übrigens noch ein Tipp von uns – vielen Eltern verhilft ein Familienbett zu mehr Schlaf. Nachts nicht aus dem Bett aufstehen zu müssen kann schon ganz gut gegen Schlafmangel helfen. Und die Nähe zu Eltern wirkt oft wie ein Schlafmittel für Babys.

2. Hilfe von außen. 

Es gibt Situationen, da geht es tatsächlich nicht – schlafen wenn das Baby schläft. Wenn du beispielsweise bereits dein drittes Kind bekommen hast, musst du deine zwei Großen auch versorgen. In diesem Fall ist eine gute Planung die halbe Miete: Fremdbetreuung heißt das Zauberwort. Egal ob im Kindergarten oder bei der Oma – verbringen deine Kinder ihre Zeit außerhalb, kannst du jede freie Minute dem Schlaf widmen. Endlose Wäscheberge und andere unattraktive Aufgaben dürfen übrigens auch abgeschoben werden. Entweder auf später oder eine helfende Hand muss her. Schäme dich nicht, Hilfe anzunehmen! Dein Baby braucht dich jetzt – und zwar halbwegs fit und erholt.

 

3. Rechtzeitig ins Bett.

Es ist soooo verlockend, abends ewig auf der Couch zu sitzen, wenn dein Baby endlich schläft. Aber gerade die ersten Monate sind so anstrengend, dass du sie lieber im Bett verbringen solltest. Es wird dir nichts entgehen – versprochen! Wenn du es nicht schaffst, teile deine Woche zumindest gut auf. Jeden zweiten Tag wirst du früher schlafen gehen. Oder mache es von der vorigen Nacht abhängig – war sie schlecht, geh gleichzeitig mit deinem Baby ins Bett. Möchtest du auf deine Freizeit gar nicht verzichten, kürze sie zumindest. Statt bis Mitternacht wach zu bleiben, gehe um halb elf schlafen. Und tue dir selbst einen Gefallen und verbringe deine freie Zeit nicht mit digitalen Medien. Das macht noch müder, raubt dir kostbare Zeit und bringt kaum Entspannung mit sich.

 

4. Gesunde und leichte Kost, viel trinken.

Im Kampf gegen die Müdigkeit ist die richtige Ernährung das A und O. Vitaminreiche Kost, viel Eiweiß und reichlich Wasser wirken der Müdigkeit entgegen. Einfache Kohlenhydrate – vor allem Zucker – sind hingegen total kontraproduktiv, da sie deinen Körper belasten und somit deinen Schlaf stören. Ein Betthupferl – und dann ab ins Bett? Bitte, lieber nicht… Auch auf Alkohol solltest du verzichten, denn er sorgt zusätzlich für unruhige Nächte.

 

5. Frische Luft.

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Beginne deinen Tag damit, dass du gründlich lüftest. Atme tief durch – denn die frische Luft bringt neue Energie mit sich. Wenn möglich, verzichte auf dein Auto und gehe viel zu Fuß. Ein ausgiebiger Spaziergang im Wald sorgt nicht nur für einen klaren Kopf und viel Sauerstoff in deinem Körper – er reduziert auch Stress und wirkt entspannend. Außerdem sind viele Babys gerade draußen viel ruhiger und entspannter. Manche schlafen sogar stundenlang in ihrem Kinderwagen, oder in einer Trage. Probier es aus!

 

6. Bewegung.

Passend zur frischen Luft – genug Bewegung. Um deinen Kreislauf anzukurbeln, kannst du täglich kurze Sporteinheiten einplanen. Am besten draußen oder beim offenen Fenster. Es gibt außerdem unzählige Kurse für Eltern Und Kinder, die nicht nur dem Körper gut tun. Austausch mit anderen Mamas und Papas wird dir zeigen – du bist nicht allein. Auch andere Babys schlafen unruhig und auch andere Eltern kämpfen tagtäglich gegen Müdigkeit.

 

7. Kurze Momente nur für dich.

Ein Alltag mit einem Baby ist oft anstrengend, chaotisch und turbulent. Genieße deshalb jede freie Minute. Nur Eltern wissen, wie viel kurze Momente am stillen Örtchen wert sind… Oder eine Tasse Kaffee nur für dich. Blumen gießen, Müll wegbringen, mit dem Hund Gassi gehen – nimm dir einige Minuten Zeit, bleib stehen, atme durch, schließe kurz die Augen und genieße die Ruhe. Je öfter du es schaffst, desto mehr bringt es in Summe für dich.

 

8. Richtige Erholung.

Bei Punkt 3 haben wir es bereits angesprochen: Hast du einen freien Abend, oder sogar einen ganzen Nachmittag, überlege dir ganz genau, wie du die Zeit nützen willst. TV schauen bringt wenig Erholung und die Zeit verfliegt nur so nebenbei. Besser du greifst zu einem Buch, legst dich in die Badewanne oder gehst spazieren. Auch Sport, Meditation, Musik oder Handarbeiten sorgen für stressfreie Momente voller Entspannung. Und nicht vergessen – duschen, einkaufen oder aufräumen ist KEINE Zeit für dich. Hygiene und Haushalt sind ein Muss und haben mit “me-time” nichts zu tun. Außer sie gehören wirklich zu deinen Hobbys…

 

9. Gute Laune des Babys nutzen.

Elternschlaf Babyschlaf Schlafmangel MüdigkeitViele frischgebackene Eltern bekommen ein schlechtes Gewissen, wenn sie ihr Baby nicht laufend bespaßen. Aber keine Panik – beschäftigt sich das Baby gerade stundenlang mit seiner rechten Socke und wirkt zufrieden, kannst du gerne zu deinem Lieblingsbuch greifen. Babys finden unsere Welt sehr faszinierend und können schon mit einem Plastiklöffel eine spannende halbe Stunde verbringen: damit auf den Boden klopfen, ihn in den Mund stecken oder ihn einfach nur bestaunen… So lange das Baby nicht weint, nimm dir Zeit für dich und genieße es!

 

10. Kinderdienst aufteilen.

In den meisten Familien war und ist gerade die Mama für Kinder zuständig. Das beginnt schon damit, dass viele Frauen ihr Baby stillen und dieses sich nur so in den Schlaf begleiten und auch beruhigen lässt. Somit sind die meisten Frauen zumindest in den ersten Monaten an ihr Baby fast 24/7 gebunden. Das muss aber nicht zwingend sein. Mit einer guten Planung kann auch eine stillende Mama regelmäßig frei haben: das Baby stillen, dem Papa geben und raus mit dir. Wenn das Baby beide Elternteile gleich akzeptiert, ist es noch einfacher. Hier können sogar die Nächte aufgeteilt werden: muss der Papa am Wochenende nicht arbeiten, kann er gerne übernehmen. Manche ganz harte Typen können sogar während der Arbeitswoche die Nachtschichten managen. 

 

Die elterliche Schlaflosigkeit ist wirklich eine große Herausforderung, aber weißt du was? Die ersten Jahre deines Kindes verfliegen nur so und schon bald wirst du dich wundern, wie schnell dein Baby groß geworden ist. Deshalb – auch wenn es anstrengend und ermüdend ist, genieße diese magische Zeit der ersten Jahre. Sie wird nie wieder zurückkommen. All deine Freizeitaktivitäten, lange Abende mit Freunden oder Langeweile wirst du noch oft genug erleben. Die Kuschelzeit mit deinem Baby ist allerdings nur von kurzer Dauer. Das bestätigen dir bestimmt alle Eltern. Schon bald wirst du nicht mehr geweckt und vielleicht wirst du es sogar ein wenig vermissen. Wer weiß…

 

Text: HONGi / Bilder: Jonathan Borba, Dakota Corbin, Tatiana Syrikova,
William Fortunato, Jessica Rockowitz und regina_zulauf

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