Besser schlafen in der Schwangerschaft: Ruhigere Nächte mit Babybauch

Lesedauer: ca. 4 Minuten

Dieser zweite Strich auf deinem Test verändert plötzlich alles. Bisher warst du eine selbstständige Frau, ab sofort trägst du allerdings Verantwortung für ein kleines Wesen, das von dir und von deinem Körper völlig abhängig ist! Dein Leben wird nicht mehr das Gleiche sein. Eine neue Etappe beginnt.

Vermutlich jede Mama kann sich daran erinnern und würde es bestätigen: Dieser zweite Strich hat das gesamte Empfinden komplett verändert. Plötzlich willst du das mini-kleine Baby, das vorerst nur eine Ansammlung von Zellen ist und einem Menschen gar nicht ähnelt, mit aller Kraft beschützen. Du liebst es jetzt schon so sehr, dass du deinen flachen Bauch streichelst und täglich im Spiegel kontrollierst, ob du endlich eine kleine Wölbung erkennen kannst. Von erster Minute an stellst du dir vor, wie du endlich eine kleine Kugel vor dir her tragen wirst und dein Baby dich im Bauch treten wird. Dieser zweite Strich verändert einfach alles. Die Vorfreude ist groß, doch auch ein neues Gefühl macht sich in dir breit: Angst. 

Nein, nicht die Angst, die du fühlst, wenn du kurz vor einer Prüfung stehst, oder einen Horrorfilm schaust. Diese Angst ist anders. Es ist die Angst um ein Menschenleben. Um ein kleines Wesen, das du jetzt schon so sehr liebst, dass du dir nicht vorstellen kannst, es zu verlieren… Diese Angst ist in anderen Ängsten dick verpackt. Den Ängsten vor der Zukunft: Werde ich eine gute Mutter? Schaffe ich es überhaupt? Wie wirkt sich die Mutterschaft auf meine Beziehung aus? Wie verändert sich mein Leben? Bin ich finanziell abgesichert? Wird mein Job darunter leider? Und, und, und…

 

Darf ich kurz darüber nachdenken?

Da ist es also. Ein Baby in deinem Bauch. Und egal, ob du es schon lange geplant hast, oder davon überrascht wurdest – die Ängste kommen früher oder später bei jeder werdenden Mama zum Vorschein. Bei manchen intensiver, bei anderen weniger, aber sie sind da. Jede zukünftige Mutter macht sich Gedanken darüber, wie die Zeit danach sein wird. Was passiert, wenn das Baby auf die Welt kommt? Plötzlich wird einem klar, man kann es sich kaum noch anders überlegen! Jetzt ist das Baby in deinem Bauch und es gibt nur noch diesen einen Weg. Das macht auch oft Angst und all diese Ängste finden gerade nachts ihren Weg nach Außen und rauben vielen Schwangeren den Schlaf.

Wenn du auch davon betroffen bist und wegen viel zu vielen Gedanken und Ängsten abends nicht schlafen kannst, oder nachts aufwachst, kannst du es mit diesen Tricks in den Griff bekommen:

  • Schwanger Schwangerschaft SchlafVertrauensperson suchen: Sprich darüber. Am besten mit einer Person, der du völlig vertraust. Sag ihr, was dir Angst macht. Überlege dir Lösungen für verschiedene Probleme und höre dir ihre Meinung an. Vielleicht beruhigt dich das. Und wenn doch nicht – sich Sachen einfach von der Seele zu reden, hilft auf jeden Fall!
  • Erfahrungen sammeln: Beobachte Eltern in deiner Umgebung und sprich mit ihnen. Aber hier ist ein wenig Vorsicht geboten! Überlege dir ganz genau, wen du nach einer Meinung zum Elternsein fragst. Denn manche neigen dazu, alle Tatsachen sehr negativ darzustellen. Und nein. Dein Leben ist definitiv nicht vorbei, wenn du ein Baby bekommst. Ganz im Gegenteil. Schaue also, von wem du ein ehrliches Wörtchen hören willst und frage nach allem, was dich beschäftigt.
  • Alles zusammenschreiben: Niemand verträgt so viel, wie ein Stück Papier. Schreibe alles auf, was dich beschäftigt und ängstigt. Auch die dunkelsten Gedanken, von denen du kaum reden kannst, werden auf Papier gut aufgehoben sein. Und du wirst eine große Erleichterung spüren. Versprochen!
  • Zeitspanne festlegen: Suche dir 30 Minuten am Tag, die deinen Sorgen gehören. Setze dich hin und gehe alles durch, was dich beschäftigt. Eventuell und mit großer Vorsicht kannst du auch im Internet nach Antworten suchen. Allerdings ist das Internet auch voll von Horrorgeschichten, deshalb – wirklich nur “mit Abstand” genießen.

 

Die große Veränderung

Nicht nur die Psyche, auch der Körper der werdenden Mutter verändert sich praktisch ab der ersten Minute. Hormone werden anders freigesetzt, die Gebärmutter bereitet sich sofort auf ihre neue Aufgabe vor und auch der Rest des Körpers passt sich auf die neuen Gegebenheiten an. Diese Umstände wirken sich auch auf den Schlaf aus. Sodbrennen, Wadenkrämpfe, häufiger Harndrang oder „unruhige Beine“ sorgen für nächtliche Schlafunterbrechungen. Später kommt der wachsende Bauch dazu und die unterschiedlichen Schlafphasen des Ungeborenen. Das Baby wird also manchmal ausgerechnet dann aktiv, wenn die werdende Mama schlafen möchte. 

Aber auch verschiedene Schmerzen in deinem sonst so fitten Körper können störend sein. Da sich das ganze Becken lockert, sind gerade Hüft- und Rückenschmerzen eine häufige Erscheinung in der Schwangerschaft, aber auch die Bänder, die die Gebärmutter auf der richtigen Stelle halten, dehnen sich ununterbrochen und verursachen oft Schmerzen oder unangenehmes Ziehen. Zum Ende der Schwangerschaft drückt das Baby auf den Magen und häufig wird auch die Lunge eingeschränkt. Deshalb kann das Einschlafen noch eine Spur komplizierter werden. Wie kannst du dir die gesamte Schlafsituation also ein wenig erleichtern?

 

  • Nimm abends nur noch leichte Kost zu dir. Kein Koffein nach 18 Uhr!
  • Gehe es ruhig an, vermeide unnötige Reize und achte auf deine Müdigkeit.
  • Sorge für ein kühles und gelüftetes Schlafzimmer.
  • Nimm ein paar Kissen als Unterstützung: Zwischen den Knien oder unter dem Bauch werden sie dich gut stützen und Schmerzen entgegenwirken. Sehr empfehlenswert ist auch ein Stillkissen.
  • Überprüfe deine Schlafunterlage. Mit der Gewichtsveränderung in der Schwangerschaft kann deine Matratze tatsächlich zu weich werden. Schläfst du sonst gerne auf einer sehr harten Matratze? Diese kann gerade in der Schwangerschaft, wenn es hie und da plötzlich drückt und zwickt, als sehr unangenehm erscheinen.
  • Bewege dich regelmäßig – wenn du dich gut fühlst, treibe Sport.
  • Schau, dass du tagsüber genug trinkst. Dadurch wird dein Durstgefühl am Abend nicht so stark und somit wirst du nachts nicht so oft auf die Toilette gehen müssen.
  • Gerne kannst du es auch mit alternativen Heilmethoden versuchen: Akupunktur, Homöopathie oder Pflanzenmedizin. (Aber sei vorsichtig mit den Pflanzen, nicht alle sind für eine schwangere Frau geeignet!)
  • Entspannungstechniken, Meditation oder Schwangerenyoga kann dir ebenfalls helfen, besser zu entspannen.
  • Angenehme Musik, ein warmes Bad (nicht zu heiß) und Aromatherapie (achte auf geeignete Düfte) können auch zu mehr Wohlbefinden beitragen und für Entspannung sorgen.

 

Und wenn das alles nicht wirklich hilft? Manche Menschen sagen, dass sogar der schlechte Schlaf einer Schwangeren von Mutter Natur geplant wurde. Denn gerade durch die schlaflosen Nächte soll sich der Körper an die Schlaflosigkeit gewöhnen, die mit dem Neugeborenen automatisch einhergeht. 

Ist das ein schwacher Trost? Dann lege immer wieder kurze Nickerchen ein. 15-20 Minuten sollten reichen, um die Müdigkeit zu überwinden und genug Energie zu tanken. Damit dein Körper stark bleibt und du für dein Baby und dich einen angenehmen Start in das große Abenteuer schaffst. Denn jetzt beginnt die aufregendste und schönste Zeit deines Lebens. Garantiert! 

 

Hast du gewusst, dass…

….du am Ende der Schwangerschaft 50% mehr Blut im Körper hast, als sonst?

…deine Gebärmutter vor der Schwangerschaft nur um die 100 Gramm wiegt und kurz vor der Geburt fast 1 kg schwer und so groß wie ein bis zwei Fußbälle wird?

…nach der 10. Schwangerschaftswoche bei deinem Baby alles soweit angelegt ist und es sich um einen kompletten Menschen handelt? Die Weiterentwicklung der Organe dauert noch bis zur 12. Schwangerschaftswoche, danach muss dein Baby nur noch zunehmen und reifen.

…während der Schwangerschaft das Verdauungssystem deutlich langsamer arbeitet, als sonst?

…das Fruchtwasser abhängig von deiner Ernährung den Geschmack verändert? So kann dein Baby schon im Bauch verschiedene Geschmacksrichtungen ausprobieren.

…während der Geburt dein Baby stark mitarbeitet? Es muss sich durch den Geburtskanal drücken. Die Natur hat dafür gesorgt, dass es dafür eine ganz spezielle Drehung hinlegt. 

Text: HONGi / Bilder: Jonathan Borba und Bgmfotografia

 

Bist du bereit für dein neues Schlaferlebnis?

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