7 Tipps damit Kinder besser einschlafen

In unserem Beitrag zu den Themen Schlaf & Schwangerschaft („Schwanger: Plötzlich wird vieles anders„) sind wir bereits auf so manche Herausforderung eingegangen, die kommender Nachwuchs für werdende Mütter bereithalten kann.

In diesem Artikel gehen wir wiederum auf die schlaflosen Nächte ein, die den meisten Eltern durchaus vertraut sein dürften: Kaum hat man den Eindruck, dass der Nachwuchs endlich Ruhe gegeben hat, so geht es sodann gleich munter weiter – mitunter die ganze Nacht hindurch…

Zum Glück gibt es ein paar Mittel und Wege, wie man dem lieben Kind dabei helfen kann, einen guten und gesunden Schlaf zu finden. In diesem Beitrag erfährst du mehr darüber, wie Kinder besser einschlafen können und was dabei helfen kann.

 

1. Schlafrhythmus und innere Uhr des Kindes fördern

Regelmäßigkeit ist einer der wichtigsten Faktoren für guten sowie gesunden Schlaf. Immer wieder unterbrochene Nächte tragen nicht gerade dazu bei, dass der folgende Tag für Kinder – wie für ihre Eltern – entspannt verläuft.

Gerade Kleinkinder können meist nicht die ganze Nacht durchschlafen, dies lernen sie erst im Laufe der Zeit. Zudem produzieren ihre Körper noch wenig Melatonin (das Hormon, welches den natürlichen Tag-Nacht-Rhythmus reguliert). Deshalb kann es sich lohnen, schon früh auf die Wachzeiten des Kindes während der Nacht zu achten und diese zu beeinflussen.

Das Bilden von verlässlichen Zeitstrukturen ist generell von großem Vorteil und fördert den Bio-Rhythmus in jedem Kindesalter: Die Zeitabschnitte zum Essen, Kuscheln & Knuddeln, Spielen und Entdecken sowie Schlafen und Entspannen sollten möglichst gut zeitlich ineinander greifen.

Natürlich bleibt einem selbst zwar das nächtliche Aufstehen bei Kleinkindern so nicht erspart, aber die eigenen Schlafphasen sind besser planbar und eine langfristige Verschiebung hin zu angenehmeren Zeiten ist deutlich wahrscheinlicher, als wenn es dem reinen Zufall überlassen bleibt.

 

2. Ausreichender Schlafumfang lässt Kinder besser einschlafen

Der Schlafumfang, der für gute Schlafqualität wichtig ist, kann individuell und je nach Alter variieren: Ein Neugeborenes verbringt z.B. zwischen 14-17 Stunden am Tag im Schlummerland, während ein 4-jähriges Kind noch circa 10-13 Stunden pro Nacht am Träumen ist. Junge Teenager verbringen später dann im Schnitt nur noch ungefähr 8-10 Stunden schlafend im Bett.

Normalerweise schlafen aktive gesunde Kinder so viel, wie sie brauchen, um ausgeruht zu sein. Dennoch ist es lohnenswert, wenn man den Schlafumfang des Nachwuches etwas im Auge behält. Gibt es größere Unterschiede zu Normwerten, kann darin schon bei Kindern ein möglicher Grund für unruhigen Schlaf oder Einschlafprobleme gefunden werden.
Diverse unterschiedliche Forschungsergebnisse haben aufgezeigt, dass Kinder eher Abend- als Morgenmenschen sind.

In verschiedenen Schulen gibt es deshalb auch inzwischen Initiativen, die dies berücksichtigen wollen und deshalb mindestens eine Stunde später mit dem Unterricht beginnen. Das eigene Kind sollte daher möglichst nicht zu früh geweckt werden.

 

3. Positive Einstellungen und Zuversicht ausstrahlen

Wichtig ist es – nicht nur im Allgemeinen, sondern auch hinsichtlich des abendlichen Zubettgehens – dem Kind gegenüber Zuversicht und Vertrauen zu vermitteln und auszustrahlen. Von Aussagen wie z.B. „Ich bring’ XY nur noch schnell ins Bett und dann[…]“ kann man nur abraten. Kinder müssen darauf vertrauen können, dass sie nichts Aufregendes oder Spannendes verpassen bzw. vom Familienverband ausgeschlossen werden, wenn sie in die Nachtruhe verabschiedet werden.

Schon Kleinkinder haben nämlich feine Antennen für derlei Dinge und registrieren Gestik, Mimik, die Körperhaltung sowie auch die Gefühlslagen ihrer Mitmenschen. Anspannung und / oder unterschwellige Hektik verunsichern Kinder beispielsweise. Im Zweifel lassen sie dann nachts länger die Augen offen und spitzen die Ohren, um die für sie nicht wirklich verständliche Situation vorsichtshalber weiter zu beobachten – verständlicherweise ist dies keine gute Grundlage für ein frühes Einschlafen.

 

4. Magie von Schlaf & Kinderbett vermitteln

Wenn Eltern unabsichtlich und / oder impulsiv damit drohen, das Kind zur Strafe alleine ins Bett zu schicken, können sich Abneigungen gegen das, eigentlich auch als Rückzugsort gedachte, Schlafgemach bilden. Erwachsene sollten sich deshalb nicht dazu hinreißen lassen, den Nachwuchs mit dem Zubettgehen zu sanktionieren. Viel besser und effektiver ist es, darauf zu achten, das Bett von Anfang an als etwas Anziehendes bzw. sogar etwas Magisches erscheinen zu lassen.

Damit die Sprösslinge das eigene Bett mögen und favorisieren, kann es auch helfen, besonders schöne Kinderbettwäsche, sanft-leuchtende Lichterketten oder ähnliche Dinge einzusetzen. Auch der gelegentliche Einsatz von gemütlichen Wärmflaschen kann dabei helfen, dass Kinder positive Assoziationen mit dem Einschlafen verknüpfen.

Auch schon etwas größere Kinder können stets von Neuem darauf aufmerksam gemacht werden, wie schön und erholsam Schlaf an und für sich ist und wie gut die regelmäßige Auszeit für alle Familienmitglieder ist.

 

5. Gute-Nacht-Rituale um Kinder besser einschlafen zu lassen

Idealerweise sollte der Übergang von Tages- zu Nachtaktivitäten langsam aber stetig stattfinden. Gute-Nacht-Rituale wie Geschichten vorlesen, ein Einschlaf-Lied singen und mit dem Kind kuscheln und knuddeln, sind immer gute sowie bewährte Ansätze. Schon kleine Babys reagieren positiv auf eine festgelegte Handlungsabfolge und nehmen derlei Strukturen bereitwillig an.

Solche Aktivitäten können Teil eines Rituals sein, das dem Kind zu verstehen hilft, dass es Zeit ist, ins Bett zu gehen und zu schlafen. Dazu gehört auch, dass ein Kleinkind zwar am Bett der Eltern liegen kann, aber in einem eigenen Beistellbett schläft. Schön kann es auch sein, dem oder der Kleinen noch etwas vorzulesen oder vorzusingen.

Übertreiben sollte man es damit aber auch nicht: Viele Eltern verwechseln wichtige Zu-Bett-Geh-Rituale mit doch eher unvernünftigen Maßnahmen. Ein Baby, welches stets liebevoll in den Schlaf gestreichelt wurde, wird es nur sehr widerwillig akzeptieren, auf einmal alleine einschlafen zu müssen.

Auch Kinder, die von Anfang an am Körper von Mutter oder Vater eingeschlummert sind, werden es schwer haben, sich auch an eine vglw. kühle Schlafunterlage zu gewöhnen. Zudem sollte auf ungünstige Einschlafhilfen verzichtet werden, wie z.B. das Kind zum Einschlafen herumtragen, in Vatis Haaren wuscheln lassen, die Bestechungs-Flasche Milch verabreichen, etc.

 

6. Auch bei eigenen Ruhezeiten ein gutes Vorbild für das Kind sein

Nähert sich die Schlafenszeit, sollten die Eltern zugleich mit gutem Beispiel vorangehen und auch selbst weitgehend zur Ruhe kommen. Damit wird dem Kind signalisiert, dass nun der entspannteste Teil des Tages bevorsteht und es durchaus etwas sehr Schönes sein kann, wenn die Familie gemeinsam einen Gang herunterschalten kann.

Um dies zu erleichtern, sollten am besten alle lauten oder aufregenden Aktivitäten und Tätigkeiten ungefähr eine Stunde vor dem Schlafengehen gemeinsam heruntergefahren werden. Fernseher, PC oder Tablet werden lieber allmählich ausgeschaltet und die Gespräche nunmehr allenfalls auf Zimmerlautstärke geführt. Dazu hilft noch eine relativ eintönige wie harmonische Stimmung, denn je monotoner und dadurch berechenbarer die Umgebung ist, desto eher entspannt sich das Kind auch körperlich – dies kann man, nicht ohne Grund, auch bei langen Autofahrten beobachten: Kinder schlafen im Auto in der Regel recht schnell ein.

 

7. Kinder daran gewöhnen, auch alleine einzuschlafen

Gerade bei Kleinkindern fällt es vielen Eltern anfangs schwer, das Kind zum Einschlafen allein zu lassen und den Raum zu verlassen. Dafür gibt es durchaus unterschiedliche Gründe, wie z.B. den Stolz, das eigene Kind gern betrachten zu wollen oder auch die Freude über den Nachwuchs im Allgemeinen. Zugleich kann bei vielen aber auch die Sorge eine Rolle spielen, dass dem Kind im Schlaf etwas zustoßen könnte.

Wird nach der abendlichen Liebkosung das Kind zum Einschlafen alleine gelassen, ist das absolut kein Zeichen von Vernachlässigung: In der geschützten Umgebung von Wiege oder Kinderbett können die Sprösslinge anschließend noch die Sinneseindrücke verarbeiten und dann im sanften Dämmerlicht die Augen sicher zufallen lassen.

Schauen Eltern jedoch dabei immer wieder ins Bettchen hinein, so ist dies zwar gut gemeint, aber das Kind wird dadurch dazu animiert, sich zu konzentrieren und sich auf neue Interaktionen vorzubereiten. Zu viel Fürsorge wirkt in diesem Fall also kontraproduktiv, da Babys und Kleinkinder den Blick ihres Gegenübers intuitiv aufnehmen und interessiert verfolgen.

Wer sich unsicher ist und lieber den Überblick behalten möchte, kann sich auch einen Baby-Monitor o.ä. anschaffen. Diese digitalen Geräte funktionieren wie ein klassisches Babyphone und übermitteln zusätzlich eine Videoaufnahme des Kindes in Echtzeit, was auch eher besorgteren Eltern mehr Sicherheit vermitteln kann, ohne dass man die lieben Kleinen gleich unnötig in neue Bereitschaft versetzt. Generell sollte zu lieben jedoch auch heißen, loslassen zu können.

 

Text: HONGi / Bild: Brytny auf Unsplash

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