Spannleintuch

Auch: Spannlaken, Spannbettlaken, Spannbetttuch, Fixbetttuch, Formbetttuch

Ein Spannleintuch ist ein rechteckiges Betttuch, welches – im Gegensatz zum klassischen Leintuch – rundum mit einem elastischen Gummibund versehen ist, der das Tuch auf der Matratze fest in Position hält.

Vorteile des Spannleintuchs

Nicht ohne Grund trat das Spannleintuch, unmittelbar nach seiner Erfindung Ende der 1970er Jahre, einen Siegeszug durch die Schlafzimmer vieler Länder an. Verglichen mit seinem Vorgänger, dem klassischen Leintuch, besticht es vor allem durch bequeme Anwendung:

  • Spannlaken ermöglichen einfaches und schnelles Beziehen der Matratze: Mit wenigen Handgriffen werden sie straff darüber gespannt.
  • Dank des im Bund eingearbeiteten Gummizugs passen sie sich von selbst perfekt an die unterschiedlichen Matratzenformen- und Größen an.
  • Lästigem Verrutschen und unangenehmem Faltenwurf wird dadurch zuverlässig vorgebeugt.
  • Da Spannleintücher sich, dank des Gummibundes, auf der Matratze „von selbst straff ziehen“, müssen sie nicht gebügelt werden.

Eine Frage der Größe

Spannlaken sind für alle gängigen Matratzengrößen erhältlich.

Der eingearbeitete Gummizug im Bund sorgt für Flexibilität beim Beziehen der Matratze und lässt gewissen Spielraum: Die Tücher passen sich von selbst an die Matratzenform an. Oft sind anstelle akkurater Größenangaben daher „Von-bis-Größen“ gängig.

Für bequemen Liegekomfort sollten beim Kauf allerdings folgende Richtwerte beachtet werden:

  • Bei Einzelmatratzen sollte der Größenunterschied nicht mehr als 10 cm betragen
  • Bei Paarmatratzen sollte die Differenz bei maximal 20 cm liegen. 

Fällt der Größenunterschied zwischen Spannleintuch und Matratze zu extrem aus, können sich mitunter folgende Probleme ergeben:

  • Zu große Spannlaken können unangenehme Falten werfen.
  • Zu kleine Spannbetttücher könnten sich von der Matratze abrollen, bzw. sich „selbst wieder abziehen“, da die Dehnbarkeit nicht ausreicht, um das Tuch auf der übergroßen Matratze zu fixieren.

Steghöhe
Um optimalen Sitz zu gewährleisten, muss auch die sogenannte „Steghöhe“ berücksichtigt werden. Diese orientiert sich an der Höhe der Matratze, welche – je nach Modell – stark variieren kann: Von 10 cm bis hin zu komfortablen 26 cm werden Matratzen heute in sämtlichen Stärken angeboten.

Die Steghöhe muss passend zur Matratzenhöhe gewählt werden. Bei zu geringer Steghöhe ergibt sich dasselbe Problem wie bei Spannlaken zu kleinen Umfangs: Das Laken würde sich von der Matratze abrollen.

Materialien

Spannleintücher werden, wie sämtliche andere Bettwäsche heutzutage auch, aus unterschiedlichsten Materialien hergestellt. Empfehlenswert ist auch hier, auf die Attribute hautfreundlich, atmungsaktiv & luftdurchlässig zu achten.

Oft enthalten die verarbeiteten Stoffe Elasthan-Anteile, denn: Je dehnbarer der Stoff, desto größer seine Flexibilität und desto höher die Passgenauigkeit des Lakens.

Beispiele gängiger, für die Produktion von Spannleintüchern gebräuchlicher Stoffarten:

  • Jersey-Stretch
  • Frottee-Stretch
  • Biber
  • Haustuch (Baumwolle oder Leinen)

Ab in die Wäsche

Spannleintücher sind prinzipiell sehr pflegeleicht: Sie können bei 40-60 °C in der Waschmaschine gewaschen werden, sind trocknergeeignet und müssen nicht gebügelt werden, da sie sich beim Beziehen der Matratze von selbst „straff und glatt ziehen“.

Einzig das Zusammenlegen und Verstauen von Spannbetttüchern ist nicht so einfach wie bei herkömmlichen Leintüchern: Aufgrund des Gummizugs sind sie weder glatt faltbar, noch ordentlich stapelbar.

Geschichte

Das Spannleintuch wurde 1978 vom portugiesischen Textilkaufmann Mário Marques erfunden. Unglaublich, aber wahr, haben wir die bedeutende Erfindung einem ursprünglich eher „unbedeutenden“ Seitensprung zu verdanken…

Alles begann im Sommer 1977…
Der 34-jährige (verheiratete) Textilkaufmann aus Portugal, Mário Marques, befindet sich auf geschäftlichen Reisen, welche ihn unter anderem nach Schweden führen. Dort lernt er eine hübsche Schwedin kennen, die beiden kommen sich näher. Nach einer gemeinsamen Nacht in Marques‘ Hotelzimmer stellt dieser frühmorgens mit Erstaunen fest, dass das Leintuch nicht wie üblich „zerwühlt“ und in Falten gelegt ist, sondern ganz im Gegenteil immer noch glatt auf der Matratze aufliegt…

Ein Geheimnis wird gelüftet
Marques‘ Neugier ist geweckt. Er hebt die Matratze an und macht eine „folgenschwere“ Entdeckung: Das einfache Leintuch ist auf der Matratzenunterseite mit Bändern fixiert! In ihm beginnt eine Idee zu reifen, welche den „Bettwäschemarkt“ revolutionieren sollte…

Die „gespannte“ Revolution
Unmittelbar nach seiner Rückkehr nach Portugal beginnt Mário Marques, seine Idee in die Tat umzusetzen. Die einfachen Schnüre, welche er im schwedischen Hotel entdeckte, ersetzt er durch Gummibänder. Mit seinem Bruder gründet er eine Fabrik für Spannleintücher: Nach nur sechs Monaten ist seine Erfindung bereit für den Verkauf. Bald schon stellt sich heraus: Der Textilkaufmann versteht sein Geschäft, sein Instinkt sollte ihn nicht trügen. Marques‘ revolutionäres Produkt setzt sich schneller durch, als gedacht: Zwischen 1978 und 1983 steigt der Anteil von Spannleintüchern alleine in deutschen Haushalten auf über 90%!

Ein modernes Märchen
Heute sind die praktischen Betttücher längst nicht mehr aus unserem Alltag – oder besser: Schlafalltag – wegzudenken. Nicht nur erleichtert die geniale Erfindung den Menschen seit Jahrzehnten den Bettwäschewechsel, auch sollte sie ihren jungen Urheber zum reichen Mann machen: Mit nur 38 Jahren wurde Mário Marques, der Textilkaufmann aus Portugal, zum Millionär.

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