Queensize Bett

Auch: Queen-Size-Bett, Queen Size, Queen Bed

Der Begriff „Queensize Bett“ beschreibt, je nach Nutzung, ein schmales Doppelbett oder großzügiges Einzelbett.

Von der „majestätischen“ Bezeichnung sollte man sich, in Hinblick auf das Format, nicht täuschen lassen. Betten in „Queen Size“ fallen, im Gegensatz zu vielen anderen klassischen Doppelbetten, unerwartet schmal aus: Ihre Breite liegt laut Originalmaß bei nur 152 cm (60 inch).

Ursprünglich stammen Queensize Betten aus Nordamerika, wo die Bezeichnung bis heute am geläufigsten ist. 

In Europa kennt man den Begriff vorwiegend aus Reisekatalogen oder Online-Reiseportalen, da mittlerweile sehr viele Hotels zur näheren Ausstattungsbeschreibung amerikanische Bettenstandards angeben. 

Das königliche Format

Ein amerikanisches Bett in „Queen Size“ weist andere Maße auf als ein europäisches. Grund hierfür ist die Umrechnung, welche sich aus den unterschiedlichen Maßsystemen ergibt:

Die Originalgröße von Queensize Betten beträgt 60 x 80 inch.
Umgerechnet entsprechen diese Maße 152 x 203 cm.

Da dieses Format in Europa weder für Matratzen, noch für Bettgestelle üblich ist, entschied man sich dafür, die „benachbarten“, hier gängigen Werte zu nutzen:

Folglich werden europäische Betten der Größen 160 x 200 cm, seltener auch 140 x 200 cm, als „Queensize“ bezeichnet.

Indes wird in Amerika sogar zwischen mehreren unterschiedlichen Queensize Maßen unterschieden:

  • Standard Queensize
    60 x 80 inch | 152 x 203 cm
  • Olympic Queen
    66 x 80 inch | 168 x 203 cm
  • California Queen
    60 x 84 inch | 152 x 213 cm

Die königliche Größenfrage…

…muss in diesem Fall bejaht werden: Ja, bei Queensize Betten kommt es auf die Größe an – und nur darauf.

Zwar ließe die „königliche Betitelung“, naturgemäß, die Annahme zu, Betten in „Queen Size“ böten ein, in jeder Beziehung, rundum luxuriöses, komfortables Schlaferlebnis. Doch kommt es in diesem Zusammenhang zu einer häufigen Fehlinterpretation des Begriffes: Tatsächlich handelt es sich dabei lediglich um eine Größenbezeichnung.

Diese oftmalige Begriffsverwirrung rührt daher, dass amerikanische Betten traditionell meist einen Boxspringaufbau aufweisen: Daher ist die Mehrzahl der Queensize Betten – genau wie ihr „großer Verwandter“, das Kingsize Bett – in Boxspring-Ausführung gefertigt.

Dennoch ist der Begriff „Queensize“ alleine nicht aussagekräftig bezüglich der konkreten Ausstattung eines Bettes: Weder beschreibt er Bauart, noch Optik oder Qualität.  

Ausschlaggebend dafür, ob ein Bett den „majestätischen“ Titel „Queensize“ tragen darf, sind einzig dessen Maße: Besonders kommt es dabei auf die Breite an, die Länge ist zweitrangig.

Heute ist eine Vielzahl unterschiedlicher Bettenarten in „Queen Size Ausführung“ erhältlich: Neben dem amerikanischen Original, dem Boxspring-Bett, sind unter anderem auch Wasserbetten, Palettenbetten, Holzbetten und weitere Modelle im Maß „Queen Size“ erhältlich.

Der königliche Titel

Lange Zeit war der Begriff „Queensize“ in Europa, insbesondere im deutschen Sprachraum, weitgehend unbekannt. Erst, als sich der Trend „Boxspringbett“ immer weiter im europäischen Raum verbreitete, begannen auch amerikanische Begriffe für Bettenstandards verstärkt in unseren Sprachgebrauch einzufließen.

Besonders zu Marketingzwecken wird die „königliche“ Bezeichnung gerne genutzt – und wurde sie einst wohl auch kreiert. In Werbeprospekten macht sie sich wunderbar, da sie auf besonders luxuriöse Ausstattung schließen lässt: „Queensize“ klingt majestätisch, komfortabel und elegant. Es scheint alles zu versprechen, was Schläfer & Konsumenten sich von einem Bett wünschen können. 

In Europa ist der Begriff „Queensize Bett“ deshalb weniger Teil der Alltagssprache, als viel eher aus den Bereichen Tourismus, Hotellerie und Bettenhandel bekannt. Oft taucht er dort zudem in Kombination mit Boxspringbetten auf: Speziell in höheren Preisklassen wird, entgegen dem ursprünglich schlichten Zweck der Größenangabe, versucht, das „überschaubare“ Format durch imposante Optik und komfortable Details aufzuwiegen.

Für „herkömmliche“ Betten im entsprechenden Format (160 x 200 cm) ist in unserem alltäglichen Sprachgebrauch nach wie vor eher die schlichte Bezeichnung „Doppelbett“ üblich. 

Die ganze Welt in Queensize?

„Andere Länder, andere Sitten“ – und andere Bettenstandards. In seiner amerikanischen Heimat ist „Queen Size“ ein genormter Begriff, welcher ein ganz bestimmtes Bettenformat beschreibt – ganz im Gegensatz zu anderen Ländern. Vor allem im europäischen Raum wird der Begriff oft sehr flexibel, für die unterschiedlichsten Maße und Standards, eingesetzt.

Da der Begriff, wie bereits erwähnt, vorrangig in der Tourismusbranche genutzt wird, lohnt es sich, vor Reiseantritt in Erfahrung zu bringen, wie die unterschiedlichen Bezeichnungen im jeweiligen Land tatsächlich gehandhabt werden – um unangenehme Überraschungen vor Ort zu vermeiden. Beispiele: 

Großbritannien
Die Bezeichnung „Queen Size“ ist hier weitgehend unbekannt. Betten des Formats 152 x 203 cm werden als „King Size“ bezeichnet – nicht zu verwechseln mit amerikanischen Kingsize Betten! „Königinhafte“ Betten gibt es allerdings auch in „Great Britain“: Sogenannte „Queen Beds“. Dabei handelt es sich um Doppelbetten mit zwei separaten Matratzen. 

Deutschland
Queensize Betten haben auch hier eine Breite von 140 cm oder 160 cm, ihre Länge variiert allerdings zwischen 200, 210 oder sogar 220 cm.

Französisches Bett vs. Queensize
Insbesondere im deutschen Sprachraum werden Queensize Betten im Format 140 x 200 cm und bei Nutzung einer durchgehenden Matratze auch als „französische Betten“ bezeichnet.

Das originale „Französische Bett“ weist ursprünglich das Format 150 cm x 190 cm auf. Genutzt werden sowohl eine einheitliche Matratze, als auch ein durchgängiger Lattenrost. Soweit verfügen die beiden Bettenstandards durchaus über einige Ähnlichkeit, allerdings ist die französische Variante kompakter und ursprünglich nicht in – für ihr amerikanische Pendant so bezeichnender – Boxspring-Optik gestaltet.

Queensize vs. Kingsize

Alles in allem handelt es sich bei den beeindruckend „majestätischen“ Größenbezeichnungen einzig um andere Begriffe für „Doppelbett“ (Queensize) und „Bett in Übergröße“ (Kingsize). 

Das Kingsize Bett ist, sozusagen, der „große Bruder“ des kleineren Queensize Bettes: Großzügige 74 x 80 inch (193 x 203 cm) misst das „königliche Format“.

Aus „Umrechnungsgründen“ sind Kingsize Betten in Europa ab 180 cm Breite erhältlich, bei einer Mindestlänge von 200 cm. Oft werden sie daher, weil im europäischen Raum eher üblich, als „Betten in Übergröße“ angeboten.

Tipps zum Kauf

Der unbestreitbare Vorteil von Queensize Betten: Aufgrund ihres schmalen Formats von maximal 160 cm Breite brauchen sie weniger Platz als „herkömmliche“ Doppelbetten, weshalb sie vor allem für Paare mit kleinem Schlafzimmer empfehlenswert sind.

Insbesondere beim Kauf von Bettentypen in Queensize, für welche Lattenrost und Matratze separat angeschafft werden müssen (z.B. Metall- oder Holzbetten), sollte unbedingt auf die europäischen Maße geachtet werden, da entsprechende Produkte in den Originalmaßen 152 x 203 cm in Europa kaum, bzw. nur sehr schwer erhältlich sind. Auch bei der Anschaffung von Bettzeug– und Bettwäsche (z.B. Leintücher) könnten sich in weiterer Folge Probleme ergeben, bzw. die vorhandene Auswahl zum Teil stark beschränkt sein.

Wer sich so „authentisch“ wie möglich betten möchte, sollte über die Anschaffung eines Boxspringbettes in Queen Size nachdenken: Das amerikanische Original setzt sich zusammen aus einem massiven Unterbau, in welchem ein Federsystem integriert ist. Darauf sind eine Matratze und ein sogenannter Topper platziert. Alle Bestandteile sind in einem Komplettsystem verbaut, eine separate Matratze sowie der Kauf eines Lattenrostes sind hier nicht nötig. Die Wahl europäischer Maße (160 cm oder 140 cm Breite) ist in diesem Fall – nicht zuletzt im Sinne des Bettwaren– und Bettwäschekaufs – zwar ratsam, allerdings nicht so wichtig wie bei anderen Bettentypen, für welche die genannten Bestandteile separat erworben werden müssten.

Es war einmal…

…ein schmales, komfortables Bett, welches als günstiges Pendant zum – der „Legende“ nach dem Sonnenkönig Ludwig XIV gewidmeten – Kingsize Bett geschaffen wurde. Weil es zarter ausfiel, seine Besitzer aber nicht minder weich betten und in Komfort & Luxus ebenbürtig sein sollte, entschied man, dem „Bettenkönig“ eine Königin zur Seite zur stellen: Das „Queensize Bett“ war erfunden…

Die Herkunft der märchenhaften Begriffe findet sich in der „üblich verdächtigen“ Branche: Dem Marketing.

In amerikanischen Haushalten waren ursprünglich eher schmälere, kürzere Betten üblich. Teure Hotelketten begannen schließlich, ihre Zimmer mit besonders großzügig bemessenen Doppelbetten auszustatten.

Als die Nachfrage nach vergleichbaren Produkten für Privathaushalte immer größer wurde, gingen viele Hersteller dazu über, in Größe und Ausstattung ähnliche Betten zum Kauf anzubieten: Als Größenunterscheidung wählte man, bzw. übernahm man die in der Hotellerie gängigen Bezeichnungen „King“ und „Queen“, da diese besonders luxuriöses Schlafvergnügen – auch in den eigenen vier Wänden – versprachen. Besonders interessant für zahlreiche Privatkunden war dabei das kleiner bemessene „Queensize Bett“: Es entstand vorrangig als günstige Alternative zum luxuriösen „Kingsize Bett“.

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