Leintuch

Auch: Laken, Bettlaken, Betttuch, Haustuch

Ein „Leintuch“ ist ein größeres Tuch, mit welchem die Matratze bedeckt wird. Nicht nur dient es als bequeme Schlafunterlage, auch soll es die Matratze vor gröberer Verunreinigung schützen.

In manchen Ländern, wie z.B. in Frankreich, werden Laken auch als „Decke“ genutzt.

Leintücher gibt es in zwei Ausführungen:

  • Klassisches Leintuch (ohne Gummizug)
    Einfaches, rechteckiges Tuch, das etwas größer als die Matratze ausfällt.
  • Spannleintuch (mit Gummizug)
    Ein rechteckiges Tuch, welches rundum mit elastischem Gummibund versehen ist: Dieser hält das Leintuch auf der Matratze fest in Position.

Wissenswertes rund ums Spannleintuch kann hier nachgelesen werden!

Im Folgenden wird das klassische Leintuch ohne Gummizug näher behandelt.

Der Klassiker

Das klassische Leintuch wird rundum, an allen vier Seiten, in den Spalt zwischen Matratze und Bettrahmen gesteckt, sodass es leicht gespannt ist: Es wird lediglich vom Gewicht der Matratze sowie der darauf liegenden Person(en) in Position gehalten, bzw. fixiert.

Für ungeübte Hände kann das Beziehen der Matratze mit diesen herkömmlichen Laken eine mühsame Prozedur sein, deren Ergebnis oft nicht einmal eine Nacht lang anhält: Durch Wechsel der Liegeposition und anderen Bewegungen kann das, mehr oder weniger, nur „lose“ aufliegende Leintuch sehr leicht verrutschen und unbequeme Falten werfen.

Im Sinne „ordentlicher“ Optik und um unangenehme Druckstellen zu vermeiden, müssen klassische Leintücher in der Regel daher täglich wieder in Position gezogen werden.

Hilfsmittel & Tricks

Es gibt einige Techniken, mithilfe derer das lästige Verrutschen klassischer Bettlaken verhindert oder minimiert werden kann:

  • Knoten
    Nach dem Auflegen auf die Matratze werden die Enden des Leintuchs wie gewohnt zwischen Matratze und Bettrahmen eingesteckt, auf der Unterseite werden die vier Stoffenden allerdings verknotet.
  • Doppelknoten
    Diese Fixierung erfordert ein Leintuch besonders großen Formats, garantiert allerdings besonders straffen Sitz: Hierbei werden die gegenüberliegenden Ecken der kürzeren Tuchseiten auf der Matratzenunterseite miteinander verknotet.
  • Bettlakenspanner
    Dabei handelt es sich sozusagen um „Hosenträger“ für das Bettlaken: Elastische, meist größenverstellbare Gummibänder mit Schnappverschlüssen an den Enden, mithilfe derer das Laken auf der Unterseite der Matratze festgespannt wird.

Vorzüge des klassischen Leintuchs

Zwar ist es im Gebrauch deutlich unpraktischer als das modernere Spannleintuch, dennoch kann auch das altbewährte Laken mit einigen Vorteilen aufwarten:

  • Aufgrund ihrer Materialien (meist Baumwolle oder Leinen) können einfache Betttücher bei höheren Temperaturen gewaschen werden, weshalb sie als hygienischer einzustufen sind.
  • Die Lebensdauer fällt in der Regel länger als jene von Spannlaken aus, da die eingenähten Gummizüge schnell spröde werden können. Längerfristig lassen sich durch die Verwendung einfacher Betttücher daher Kosten einsparen.
  • Dank der einfachen, rechteckigen Form kann das klassische Leintuch problemlos gebügelt und gemangelt werden.
  • Auch das Falten geht dadurch einfacher von der Hand, was ordentliche Stapelung und platzsparende Lagerung ermöglicht.
  • Dass die Laken nur rundum eingesteckt werden und damit relativ „lose“ auf der Matratze aufliegen, macht ein schnelleres Abziehen der Matratze möglich: Die Betttücher können mit einem Ruck sehr einfach entfernt werden.

Aus diesen Gründen werden klassische Leintücher noch heute gerne in Hotels, Krankenhäusern und Pflegeeinrichtungen genutzt. Insgesamt ist deren Verwendung kosten- und zeitsparend, zudem werden einfache Betttücher den Hygienestandards der genannten Institutionen eher gerecht als Spannleintücher.

Materialien

Nicht nur drehen & wälzen wir uns im Schlaf (manchmal) von einer Seite auf die andere, auch sondern wir durch Schweiß und Atemluft Feuchtigkeit ab, verlieren Hautschuppen und Haare… Zusammengefasst: Ein Leintuch muss Nacht für Nacht relativ großen Belastungen standhalten.

Aufgrund des engen Hautkontaktes und um des eigenen Wohlbefindens willen sollten sich Laken selbstverständlich angenehm auf der Haut anfühlen.

Im Sinne eines gesunden, angenehmen Bettklimas und, nicht zuletzt, der eigenen Gesundheit ist es allerdings durchaus ratsam, neben der Haptik auch auf weitere Eigenschaften zu achten. Nicht alles, was sich „beim ersten Griff“ vielversprechend anfühlt, tut Körper & Schlafqualität auch tatsächlich gut: Laken aus Kunstfaser beispielsweise können sich insofern sehr negativ auf die persönliche Schlafqualität auswirken, als sie Feuchtigkeit nur schlecht ableiten und überdies starkes Schwitzen fördern.

Die Materialien, aus welchen ein Leintuch gefertigt ist, sollten in jedem Fall atmungsaktiv, luftdurchlässig und strapazierfähig sein. Empfehlenswert sind, wie auch in Bezug auf sämtliche andere Bett- sowie Nachtwäsche, natürliche, hautfreundliche Materialien.

Traditionell wurden Leintücher aus sogenanntem „Haustuch“ gefertigt: Eine andere Bezeichnung für Stoffe aus Leinen oder Baumwolle, welche sich im Laufe der Zeit auch als Gegenstandsbegriff für das Leintuch selbst etablieren sollte.

Fadendichte
Ein weiterer wichtiger Faktor bei der Auswahl von Laken ist die sogenannte Fadendichte: Sie gibt die Anzahl an Fäden pro Quadratzentimeter Stoff an. Je höher die Fadendichte, desto strapazierfähiger, geschmeidiger und insgesamt hochwertiger fällt ein Stoff aus. Ab einem Fadendichtewert von 180 spricht man von „Basisqualität“, ab 400 von „Luxusqualität“. 

Pflege

Um ausreichende, dauerhafte Hygiene gewährleisten zu können, sollten Leintücher bei 60 °C waschbar, im Idealfall sogar kochfest (bis zu 95 °C) sein: Nur so können Bakterien zuverlässig abgetötet und die Hausstaubmilbenbelastung verringert werden.

Üblicherweise sind Leintücher ohne Gummizug sowohl bügel-, als auch trocknergeeignet.

Geschichte

Das erste „richtige“ Leintuch soll in Ägypten entstanden sein: Man geht davon aus, dass es aus der ägyptischen Tuchwarenherstellung aus Flachs hervorging. Europäer brachten diese „Erfindung“ mit nach Hause, wo sie sich schließlich zunehmend verbreitete.

Trotzdem es sich dabei um einen aufwendigen, langwierigen und kostspieligen Verarbeitungsprozess handelte, sollte er sich vorerst durchsetzen: Ab dem 17. Jahrhundert war es feste Gewohnheit, Bettwäsche, unter anderem Leintücher, aus Leinen herzustellen.

Erst im 19. Jahrhundert wurde dieses ersetzt durch den „neuen“ Rohstoff Baumwolle, wodurch die Bettwäscheproduktion um ein Vielfaches vereinfacht wurde. 

Ab 1978 sollte das klassische Leintuch ernsthafte Konkurrenz bekommen: Der portugiesische Textilkaufmann Mário Marques erfindet das Spannleintuch. Dieses setzt sich innerhalb weniger Jahre gegen seinen „einfachen“, im Gebrauch deutlich weniger praktischen, Vorgänger durch und macht seinen Erfinder schließlich zum Millionär.

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