Hausstaubmilbe

Bei der „Hausstaubmilbe“ handelt es sich um eine Gattung der Milben. Sie zählt zur Familie der Spinnentiere, welche wiederum eine Klasse der Gliederfüßer bildet.

Der lateinische Name lautet Dermatophagoides, was übersetzt „Hautfresser“ bedeutet. Weltweit sind heute 150 Arten bekannt, in unseren Breiten kommen vor allem die „Dermatophagoides pteronyssinus“ und die „Dermatophagoides farinae“ vor.

Hausstaubmilben sind mikroskopisch klein und mit freiem Auge nicht sichtbar: Ihre Größe liegt bei nur 0,1 – 0,5 mm. Unter dem Mikroskop betrachtet, lassen sich einige charakteristische Merkmale erkennen, wie beispielsweise ihre weiße Färbung, sowie haarförmige Borsten am Körper. Weibliche Tiere sind zudem etwas größer als männliche.

In warmer, feuchter Umgebung fühlt sich die Hausstaubmilbe am wohlsten: Temperaturen um die 25 °C und eine Luftfeuchtigkeit von über 50% stellen für sie ideale Lebensbedingungen dar.

Die Lebensdauer der Hausstaubmilbe beträgt 1-3 Monate. In diesem Zeitraum kann ein Weibchen um die 300-400 Eier legen. Ihre Hauptfortpflanzungszeit liegt zwischen Mai und Oktober, da während der Sommermonate sowohl Temperaturen, als auch Luftfeuchtigkeit sehr hoch sind.

Natürliche Feinde im Haushalt sind beispielsweise der Bücherskorpion oder das Silberfischchen. Diese „Jäger“ sind aufgrund ihres seltenen Vorkommens allerdings nicht in der Lage, Vermehrung und Ausbreitung der häuslichen Milbenpopulation zu kontrollieren.

Herkunft & Verbreitung

Die Hausstaubmilbe ist, mit einigen Ausnahmen, auf der ganzen Welt verbreitet. Unter anderem bilden diese Ausnahmen sämtliche Regionen über 1.500 Metern Seehöhe, da die Tiere weder Trockenheit, noch kühle Temperaturen vertragen.

Wie ihr Name bereits erahnen lässt, sind Hausstaubmilben auf menschliche Behausungen angewiesen: In der freien Natur können sie aufgrund der widrigen Bedingungen dauerhaft nicht überleben.

Man geht heute davon aus, dass Hausstaubmilben ursprünglich in Vogelnestern beheimatet waren. Von dort wurden sie in menschliche Unterkünfte „eingeschleppt“ und schließlich weltweit verbreitet. Bis heute sind Vogelnester der einzige Ort, an welchem Hausstaubmilben außerhalb menschlicher Behausungen überleben können.

Die Milben-Übertragung von Haushalt zu Haushalt erfolgt über „befallene“ Textilien, in erster Linie Kleidungsstücke.

Nahrungsquelle Mensch

Da, wo Mensch und Tier sind, sind auch Hausstaubmilben: Die kleinen „Hautfresser“ ernähren sich hauptsächlich von abgestorbenen menschlichen und tierischen Hautschuppen. 

Ein einzelner Mensch verliert täglich etwa 1-2 g Hautschuppen – das alleine reicht aus, um 1,5 Millionen Hausstaubmilben satt zu machen. Weitere Nahrungsquellen der kleinen Insekten sind Federn, Natur- und Wollfasern – allesamt Materialien, welche in menschlichem Umfeld zur Genüge vorhanden sind.

Heute weiß man, dass auch Schimmelpilze ein wichtiger Bestandteil der Ernährung von Hausstaubmilben sind: Man vermutet, dass diese zur Vorverdauung der fettigen Hautschuppen benötigt werden.

Unhygienisch und gefährlich?

In 1 g Hausstaub finden sich bis zu 15.000 Hausstaubmilben. Mag diese Zahl zunächst erschreckend klingen, stellt sie für gesunde Menschen (Nicht-Allergiker) soweit allerdings noch keinen Grund zur Sorge dar.

Das Vorkommen von Hausstaubmilben im eigenen Haushalt hat nichts mit mangelnder Hygiene zu tun: Milben zählen zu den natürlichen „Mitbewohnern“ der häuslichen Umgebung von Menschen. Eine restlose Entfernung ist mit herkömmlichen, im Handel erhältlichen Reinigungsmitteln nicht möglich.

Von den mikroskopisch kleinen Insekten geht an sich keinerlei Gefahr aus: Hausstaubmilben beißen, stechen und saugen nicht, auch können sie keine Krankheiten übertragen. Zudem sind sie, aufgrund ihrer geringen Körpergröße, mit freiem Auge weder sichtbar, noch auf der Haut „spürbar“.

Gänzlich anders stellt sich die Lage freilich für Allergiker und Asthmatiker dar: Die Hausstaubmilbenallergie gilt, nach der Pollenallergie, als die zweithäufigste Allergieform; Hausstaubmilbenkot als das häufigste Innenallergen der Welt. Durch das Einatmen der feinen Kotpartikel kommt es bei Allergikern zu mitunter starken Beschwerden im Bereich der Atemwege und der Schleimhäute. Der Beginn der „Heizsaison“ markiert alljährlich die Phase der größten Allergenbelastung. 

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Lebensraum Bett

Wärme, Feuchtigkeit und Nahrung: Mehr braucht es für die Hausstaubmilbe nicht. 

Indem sie die allerbesten Voraussetzungen für Ernährung und Vermehrung bieten, stellen unsere Betten ein regelrechtes Paradies für die Hausstaubmilbe dar: Liegt eine Person darin, erwärmt sich ein Bett auf bis zu 30 °C, zudem verliert der menschliche Körper in einer Nacht gute 1,5 Liter Flüssigkeit und stündlich (!) um die 60.000 Hautschuppen.

Diese idealen Nist- und Lebensbedingungen zeigen Wirkung: Alleine in einer Matratze leben rund 1 Million Hausstaubmilben. Auch Bettwäsche sowie anderes „Schlafzimmerinventar“ – Polstermöbel, Vorhänge, Zierkissen und Stofftiere, oft sogar alte Bücher – ist in der Regel stark „befallen“.

Wer die Allergenbelastung im eigenen Zuhause verringern möchte (oder muss), sollte daher zuallererst in den Schlafräumen die entsprechenden Vorkehrungen treffen.

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