Gute-Nacht-Geschichte

Auch: Gutenachtgeschichte

Unter „Gute-Nacht-Geschichten“ versteht man kürzere Erzählungen, welche – insbesondere Kindern – vor dem Schlafengehen vorgelesen werden.

In manchen Regionen, vor allem in Bayern und Österreich, ist dafür auch der Begriff „Betthupferl“ gebräuchlich.

Gute-Nacht-Geschichten gibt es nicht ausschließlich in Buchform: Schon seit den 1950er Jahren werden sie im Zuge spezieller Formate auch in Hörfunk und Fernsehen angeboten (z.B. „Traummännlein“ und „Das Sandmännchen“). Heutzutage sind sie natürlich längst auch im Internet erhältlich, zudem werden viele Bücher auch in einer Hörspielversion angeboten.

Entstehung

Der Begriff „Gute-Nacht-Geschichte“ ist seit den 1950er Jahren fest im Sprachgebrauch verankert. Geprägt wurde er von der deutschen Journalistin und Autorin Jella Lepman, welche unter anderem Gründerin der internationalen Jugendbibliothek in München war. 

Nach den schweren Kriegsjahren müsse man im Zuge des Wiederaufbaus alle Hoffnung in die folgenden Generationen – also die Kinder – setzen, war Lepman überzeugt: Bücher seien dabei das wirksamste Mittel für die Erziehung zu Weltoffenheit, Pazifismus und Toleranz.

Sie selbst verfasste einige Kinderbücher und gab zudem mehrere Sammlungen von Kindergeschichten heraus, wie beispielsweise die bekannte Sammlung „Gutenachtgeschichten“, welche sie über Jahre hinweg zusammengetragen und in mehreren Bänden zusammengefasst hatte.

Positive Wirkung

„Ich will aber noch nicht schlafen gehen!“, dieser Satz ist unzähligen Eltern auf der ganzen Welt wohlbekannt. Ein wirksames Hilfsmittel: Die gute, alte Gute-Nacht-Geschichte.

Dass es sich hierbei keineswegs um ein verstaubtes „Ammenmärchen“ handelt, betonen Experten immer wieder. Das Ritual des abendlichen Vorlesens stellt für Kinder eine wichtige Orientierungshilfe dar: Das bewusste, gemeinsame Ausklingenlassen des Tages hilft den Kleinen nachweislich, zur Ruhe zu kommen und das Einschlafen zu erleichtern.

Nicht nur für den Moment bewirken Gute-Nacht-Geschichten einen positiven Effekt, auch die Langzeitwirkungen sind beeindruckend. Zahlreiche Studien belegen, dass häufiges Vorlesen einen wichtigen Beitrag zur Gesamtentwicklung eines Kindes leistet, wie unter anderem:

  • Förderung von Kreativität
  • Sprachgefühl- und Fertigkeiten werden durch diese frühe Beschäftigung mit Sprache deutlich verbessert: Schon im Kleinkindalter wird dabei ein solider Grundstein für den Wortschatz gelegt, durch Beibehalten des Vorleserituals wächst dieser in weiterer Folge stetig und besonders schnell weiter
  • Kinder, welchen regelmäßig vorgelesen wurde und wird, erlernen das selbstständige Lesen um ein Vielfaches schneller
  • Das Vorlesen liefert einen entscheidenden Beitrag zur Lesesozialisation: Bringen Eltern ihren Kindern schon früh die Beschäftigung mit Büchern nahe, ist es wahrscheinlicher, dass diese Kinder später selbst gerne und gut lesen

Abendliches Lesen unterstützt dabei, Gefühle und Eindrücke des Tages zu verarbeiten – die Kleinen, wie auch uns Große. Gute-Nacht-Geschichten sind daher durchaus nicht ausschließlich als „Kindersache“ zu verstehen: Auch für Erwachsene ist das Lesen vor dem Zubettgehen ein wirksames Mittel für leichteres Einschlafen und entspannte Nachtruhe. Zahlreiche Anbieter stellen heute bereits ein breites Sortiment an „Gute-Nacht-Geschichten für Erwachsene“ zur Verfügung.

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