Bettwäsche

Auch: Bettbezüge

Der Begriff „Bettwäsche“ beschreibt alle Textilien, welche das restliche Bettzeug schützend umhüllen.

Zum Beispiel:

Bettwäsche wird vor allem aus hygienischen Gründen genutzt: Die Bezüge sollen Decke, Polster und Matratze vor grober Verschmutzung schützen. 

Runter mit der Wäsch‘!

Wie oft Bettbezüge gewechselt werden, hängt in erster Linie vom eigenen Wohlbefinden ab.

Aufgrund der Dauerbelastung durch Schwitzen (pro Nacht verlieren wir bis zu 1,5 Liter Flüssigkeit!), der Absonderung abgestorbener Hautschüppchen, welche wiederum verstärkten Milbenbefall hervorrufen können, sowie allgemeiner Verschmutzung durch Staubpartikel, empfehlen sich die folgenden Richtwerte:

  • Bei keinerlei vorliegenden Beschwerden ist ein Bettwäschewechsel ca. alle 4 Wochen ausreichend
  • Während der Sommermonate oder bei Neigung zu verstärktem Schwitzen sollten die Bezüge nach 2 Wochen gewechselt werden
  • (Hausstaubmilben-) Allergiker sollte die Bettwäsche 1x wöchentlich wechseln

Unabhängig des individuellen Wechselintervalls sollten die Schlafräume regelmäßig gut gelüftet, das Bettzeug (Decken, Pölster, etc.) täglich aufgeschüttelt und bei besonders starker Feuchtigkeitsentwicklung zum Trocknen aufgehängt werden.

Bettbezüge sollte möglichst einfach auswechselbar und gut waschbar sein. Grundsätzlich ist eine Wäsche bei 60 °C unbedingt ratsam, da Keime nur so restlos abgetötet werden können. Überwiegend ist dies allerdings nur bei reinen Baumwollprodukten möglich: Für spezielle Materialmischungen und empfindliche Produkte (z.B. Seide) gelten andere Pflegehinweise, üblicherweise sollten diese bei geringeren Temperaturen gewaschen werden. In solchen Fällen kann mit speziellen Hygienespülern aus dem Fachhandel effektiv nachgeholfen werden.

Der Stoff, aus dem Träume sind…

Bettwäsche wird aus unterschiedlichsten Textilien gefertigt. Abhängig von den verarbeiteten Materialien kann sie für angenehmen Temperaturausgleich (wärmender oder kühlender Effekt), effektiven Feuchtigkeitsabtransport und ein allgemein besseres Liegegefühl sorgen.

Im Sinne hygienischen „Bettklimas“ und erholsamen, gesunden Schlafs empfiehlt sich daher, bei der Auswahl neuer Bettbezüge nicht ausschließlich auf deren Optik, sondern auch auf hautfreundliche, atmungsaktive und klimaregulierende Eigenschaften des Stoffes zu achten. 

Im Folgenden ein kompakter Überblick, welche Stoffe für welche Jahreszeit besonders geeignet sind:

Ganzjährig Sommer Winter

Jersey
100% Baumwolle, Strickstruktur (ähnlich T-Shirt-Stoff), elastisch, geschmeidig, hohe Saugfähigkeit, klimaregulierend, bügelfrei

 

Perkal
100% Baumwolle, leichtes Gewebe (ähnlich Hemdenstoff), glatte Oberfläche, sehr hautfreundlich, saugfähig, atmungsaktiv, langlebig
Flanell & Biber
100% Baumwolle, dicke Stoffqualität, leicht angeraute Oberfläche, saugfähig, pflegeleicht, Feinbiber: besonders anschmiegsam

Renforcé
100% Baumwolle (Standardwebart für Baumwollstoffe), glatte Oberfläche, weicher Griff, allergikergeeignet, temperaturausgleichend, hohe Saugfähigkeit, strapazierfähig

 

Seersucker
Baumwolle und/oder Polyester, sanfte Luftzirkulation dank Krepp-Struktur, weich, geschmeidig, bügelfrei

 

Microfleece
Polyester-Mikrofaser, flauschig, schnelltrocknend, bügelfrei

 

 

Seide
leicht, geschmeidig, ideal für Hausstaubmilbenallergiker und bei Hautproblemen (z.B. Neurodermitis), temperaturausgleichend, saugfähig
(Baumwoll-) Satin
edler Glanz, glatte Oberfläche, anschmiegsam, temperaturausgleichend, knittert kaum, besonders fein: Mako-Satin

Frottee
Baumwolle und/oder Kunstfasern, flauschig, nahezu knitterfrei

 

Mikrofaser
Polyester, dünnes Material, allergikergeeignet, temperaturausgleichend, nahezu bügelfrei, pflegeleicht

 

Linon
100% Baumwolle, beliebt für Kinderbettwäsche, glatt, strapazierfähig und haltbar

 

Zipp und zu?
Die Verschlussformen von Bettbezügen sind sehr unterschiedlich. Gängige Varianten sind beispielsweise der
Reißverschluss, Knopfleisten, Druckknöpfe oder der sogenannte Hotelverschluss“ (Einschlag am unteren Ende des Bezugs). 

Eine Frage der Größe?

Bettwäsche ist erhältlich in zahlreichen unterschiedlichen Größen, von Babybett bis Doppelbett.

Die gängigen Standardgrößen für Bettbezüge können länderspezifisch stark variieren. Dies zeigt sich beispielsweise beim direkten Vergleich österreichischer, deutscher und schweizerischer Standardformate:

Kopfpolster Bettdecke
Österreich 70 x 90 cm
(oder 60 x 80 cm)
140 x 200 cm
Deutschland 80 x 80 cm
(oder 40 x 80 cm)
135 x 200 cm
Schweiz 65 x 65 cm (deutschspr. Schweiz)
60 x 60 cm (französ. Schweiz)
50 x 90 cm (italien. Schweiz)
160 x 210 cm
(oder 135 x 170 cm)

In voller Garnitur!

Polster und Deckenbezüge werden in der Regel als einheitliches Set angeboten, Leintücher können separat erworben werden.

Bettwäsche-Garnituren bestehen aus einem Polster- und einem Deckenbezug. Doppelbettgarnituren sind meist dreiteilig (zwei Polsterbezüge, ein großer Deckenbezug), seltener bestehen sie aus vier Teilen (zwei Pölster- und zwei Deckenbezüge).

Längst aus der Mode: Trisets
Heute weniger gefragt und daher nur mehr vereinzelt im Handel zu finden sind sogenannte „Trisets“: Dreiteilige Bettwäschesets, bestehend aus Leintuch, Polster- und Deckenbezug, in Aussehen und Machart optimal aufeinander abgestimmt.

Eine kleine Zeitreise…

Bereits im Römischen Reich wurden Strohmatten, Tierhäute- und Felle als Überzug für Betten genutzt. 

Feines Leinen
Das erste „richtige“ Leintuch soll in Ägypten entstanden sein: Man geht davon aus, dass es aus der ägyptischen Tuchwarenherstellung aus Flachs hervorging. Europäer brachten diese „Erfindung“ mit nach Hause, wo sie sich schließlich zunehmend verbreitete.

Trotzdem es sich dabei um einen aufwendigen, langwierigen und kostspieligen Verarbeitungsprozess handelte, sollte er sich vorerst durchsetzen: Ab dem 17. Jahrhundert war es Gewohnheit, Bettwäsche aus Leinen herzustellen. Die Wäscheteile an sich waren einfarbig weiß, doch war schon damals das Einsticken von Monogrammen und Verzierungen üblich.

Bettwäsche als Statussymbol
Vielfach galt Bettwäsche seinerzeit nicht als funktioneller Alltagsgegenstand, sondern als Statussymbol, war sie doch ein besonders wichtiger Teil der Brautausstattung („Mitgift“): Je mehr hochwertige Leintücher, Polster- und Bettdeckenbezüge eine junge Braut imstande war, in die Ehe mitzubringen, desto „wertvoller“ war ihr gesellschaftlicher Stand. Dass Verwandte im Zuge ihrer Besuche die Wäscheschränke des Hauses inspizierten, um die Qualitäten der (zukünftigen) Ehefrau zu beurteilen, war damals gelebte Gepflogenheit.

Gewöhnliche „Gebrauchsbettwäsche“ für den Alltag – weniger hochwertig und ohne aufwendige Verzierungen – war durchaus gebräuchlich, dieser maß man jedoch viel weniger Bedeutung bei. Auch wurde sie nur selten gewechselt: Das Wissen über Hygiene war spärlich, zudem war das Waschen und Trocknen der unhandlichen Wäscheteile mit den damaligen Mitteln eine mühsame Prozedur. 

Das Wunder „Baumwolle“
Im 19. Jahrhundert musste Leinen schließlich mehr und mehr einem neuen Rohstoff weichen: Baumwolle. Ab den 1830er Jahren nahm deren Produktion in Amerika stetig zu: Nicht nur war dieses „neue“ Material profitabler im Anbau, auch gestaltete sich seine Weiterverarbeitung um ein Vielfaches einfacher. (Nicht zuletzt, da die Entwicklung von Webmaschinen eine schnellere und kostengünstigere, maschinelle Produktion der benötigten Baumwollstoffe ermöglichte.) In den folgenden Jahrzehnten sollte sich der neue Rohstoff immer stärker durchsetzen, ab den 1860ern wurde speziell Bettwäsche aus Baumwolle immer beliebter. 

Künstlich kreativ
Während des 20. Jahrhunderts begann eine neue Faser, sich mehr und mehr in die Thematik „einzumischen“ – im wahrsten Sinne des Wortes: Ergänzend zur Baumwolle wurden bei der Bettwäscheherstellung nun auch Kunstfasern, z.B. Polyester, mitverarbeitet. Neuartige Färbemethoden und Drucktechniken ermöglichten zudem eine buntere, individuellere Gestaltung der bisher einheitlich weißen, bestenfalls bestickten, Bettwäsche.

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