HONGi Interview: Wiener Opernball mit den Augen von Richard Lugner

Lesedauer: ca. 4 Minuten

 

Manche kennen ihn als Geschäftsmann, andere als Reality-TV-Star. Richard Lugner ist allerdings auch ein anerkannter und erfolgreicher Bauunternehmer und Projektentwickler. Jeder Wiener kennt die Lugner City. Ein Einkaufszentrum, das Richard Lugner gebaut hat. Wenn du ihn persönlich treffen möchtest, hier ist er zu Hause, hier sieht man ihn oft herumspazieren. 

Richard Lugner ist aber noch viel mehr. Unter dem Spitznamen „Mörtel“ kennen ihn viele als den Mann, der seinen Bekanntschaften gerne tierische Spitznamen gibt. Alles begann mit Ex-Ehefrau „Mausi“ Lugner. Danach gab es einen ganzen Zoo: Hasi, Bambi, Katzi, Kolibri… Alle kämpften um sein Herz und standen an seiner Seite. Aber nicht nur diese Besonderheit hat Richard Lugner bekannt gemacht.

Der Society-Löwe, wie er in den Medien gerne genannt wird, bringt seit 1992 immer einen prominenten Ehrengast zum Wiener Opernball. Elegante Damen wie Sophia Loren, Ivana Trump, Goldie Hawn oder Dita Von Teese, aber auch andere große Stars wie Paris Hilton, Kim Kardashian, Dieter Bohlen und Pamela Anderson haben in seiner Begleitung Wien und den Opernball bereits unsicher gemacht.

Der Wiener Opernball ohne Richard Lugner? Undenkbar! Ganz Österreich wartet jedes Jahr gespannt, welchen Gast er diesmal vorstellen wird. Gemischt mit einigen Gerüchten ist die Spannung immer perfekt dosiert. Die Medien drehen durch, Fans sind außer sich. Manchmal geht es nicht ohne kleine Pannen oder unerwartete Absagen, aber Richard Lugner ist ein unermüdlicher Kämpfer. Am Ende glänzt er immer auf dem roten Teppich mit einer Spitzen-Begleitung. So bleiben wir auch heuer gespannt, wen er mitbringen wird. Und bis dahin reden wir mit ihm über seine Faszination für den Wiener Opernball.

 

HONGi: Herr Lugner, Sie gehören schon zum Opernball wie der Wiener Walzer. 😉 Was fasziniert Sie ausgerechnet an diesem Ball?

Richard Lugner: Der Wiener Opernball ist ein weltweit einmaliges Ballerlebnis und ich bin stolz darauf, dass gerade in meiner Heimatstadt so ein nobler und bekannter Ball stattfindet.

 

Gibt es etwas, was Sie am Opernball besonders gerne haben und worauf Sie sich jedes Jahr freuen?

Der Besuch des Opernballs ist ein außergewöhnliches Erlebnis. Auch nach all den vielen Jahren! Ich freue mich jedes Jahr sowohl auf den Ball selbst, als auch auf das Testessen mit meinen Logengästen davor. Das Essen findet in einem schönen Innenstadtrestaurant statt und ist immer sehr gemütlich. Aber auch die ganze Atmosphäre rund um den Ball ist unverwechselbar.

 

Wenn Sie zurückblicken, wie hat sich der Opernball in den letzten Jahrzehnten entwickelt? Was hat sich verändert?

Es würde den Rahmen sprengen alle Veränderung aufzuzählen. Immerhin besuche ich den Opernball schon seit langer langer Zeit. Im Laufe der Jahre gab es allerdings viele Verbesserungen, die den Opernball noch attraktiver gemacht haben. Das finde ich gut.

 

Vermissen Sie etwas, was es am Opernball früher vielleicht noch gab und nun nicht mehr da ist?

Richard LugnerFrüher gab es für Gäste Frack-Pflicht und für Kellner und Security Smoking-Pflicht. Das fand ich sehr praktisch und auch sinnvoll, denn man hatte mehr Überblick. Jetzt ist es mir schon passiert, dass ich bei einem Gast einen Champagner bestellen wollte, weil ich nicht auf den ersten Blick erkannt habe, dass es sich um einen Gast handelt. Mit dem strengeren Dresscode von früher wäre es nicht passiert. Deshalb vermisse ich diese Regelung schon ein wenig.

 

Sie bringen seit Jahren prominente Gäste zum Opernball. Was ist Ihre Motivation dazu?

Einerseits steht die persönliche Freude dahinter. Es ist für mich eine aufregende Zeit, in der ich spannende Persönlichkeiten kennenlernen kann. Aber natürlich ist es auch eine große Herausforderung. Andererseits dürfen wir auch den Werbewert für die Lugner City nicht außer Sicht lassen. Meine Gäste lenken die Aufmerksamkeit nicht nur auf den Opernball, sondern auch auf die Lugner City. Und das ist für mich sehr wichtig.

 

Hatten Sie einen, oder mehrere Gäste, an die Sie sich besonders gerne zurückerinnern?

Jeder Gast hatte etwas besonderes und ich erinnere mich sehr gerne an alle. Allerdings blieb mir besonders positiv Sophia Loren in Erinnerung. Sie war mit Abstand mein absoluter Lieblingsgast. Ich habe ihre Gesellschaft sehr genossen. Aber auch viele andere habe ich bewundert und geschätzt.

 

Und wie wäre es mit kleinen Pannen oder lustigen Momenten. Gab es etwas, worüber Sie heute nur noch lachen können?

Jeder Gast ist besonders und verlangt einen anderen Zugang. Daraus ergibt sich eine durchaus abwechslungsreiche Organisation jedes Besuches. Somit gab es in den letzten Jahren natürlich auch viele Pannen. Man kann sich nicht mehr an alle erinnern. Ich kann aber mit Sicherheit sagen, da war mir nicht immer zum Lachen zumute.

 

Sind Sie ein guter Tänzer?

Ich würde mich eher als einen Gelegenheitstänzer bezeichnen.

 

Besuchen Sie auch andere Bälle?

Ja, einige. Heuer war ich bereits bei dem Berliner Presseball anwesend. Auch den Deutschen Filmball in München habe ich besucht. Aber auch die Grazer Opernredoute, der Jägerball in Wien und der Dresdner Opernball standen auf meinem Programm. Der Wiener Opernball schließt sozusagen meine heurige Ballsaison.

 

Wenn Sie in die Zukunft blicken: Was würden Sie am Opernball gerne anders machen? Was wären Ihre Tipps für die Organisatoren?

Ich würde die halbstündige Sperre der Feststiege für Präsidenten und Regierung abschaffen. Dafür könnte es einen Medienzugang für Präsidenten, Regierung und Promis geben, wo alle zusammen durchgehen. Ich kenne es bereits von anderen Veranstaltungen so. Dort werden dann die Medien so platziert, dass sie auch Interviews machen können und nicht nur beim Stiegenaufgang warten und schauen, ob sie jemanden auf gut Glück erreichen. Das wäre für die Journalisten viel sinnvoller und für alle prominenten Gäste deutlich angenehmer. Beim Deutschen Filmball im Bayerischen Hof in München haben es die Organisatoren so gemacht und es funktionierte tadellos.

Weiter kann ich mir auch eine Mitternachtseinlage, wie bei der Grazer Opernredoute, sehr gut vorstellen. Es wäre eine zusätzliche Bereicherung für den Wiener Opernball.

 

Vielen Dank Herr Lugner und wir wünschen Ihnen gute Unterhaltung beim Opernball!

Wie ist es bei dir? Gehörst du auch zu begeisterten Ball-Besuchern oder lässt dich die Ballsaison völlig kalt? Bist du ein Parkettlöwe, oder eher der “in-der-Ecke-Typ”? Du kannst uns gerne in einem Kommentar schreiben, wie du die Zeit der Bälle erlebst und ob du gerne dein Tanzbein schwingen lässt. Wir sind gespannt!  

 

Opernball – Zahlen und Fakten

Wiener Opernball ist schon seit Jahren das gesellschaftliche Ereignis des Jahres. Und damit alles auch glatt läuft, müssen viele Details stimmen. Hier sind ein paar Fakten rund um den Wiener Opernball:

– 1 –

5 150 Ballgäste und rund 2,5 Mio Fernsehzuschauer bestaunen den Ball.

– 2 –

Rund 52600 Gläser, 9200 Besteckteile und 1000 Sektkühler sind in Verwendung.

– 3 –

144 Debütantenpaare und 150 Musikerinnen sorgen für gute Stimmung.

– 4 –

171 Blumenarrangements und 480 Blumengestecke verschönern das Ambiente.

– 5 –

30 Stunden beim Umbau des Opernhauses und 21 Stunden des Rückbaus sind notwendig.

– 6 –

350 Facharbeiter und 150 Hilfskräfte helfen während der Umbauphase mit.

– 7 –

Rund 320 Personen bewirten während des Balles die Gäste.

Quelle

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