Faultier & Mensch: Vis-à-vis

Das Faultier und der Mensch – zwei Lebewesen, die nicht nur, wie im Titelbild ersichtlich, eine 15.000 jährige gemeinsame Geschichte teilen, sondern auch sonst nicht weniger Gemeinsamkeiten mit-, wie auch Unterschiede zueinander haben. Einige davon behandelt dieser Blogbeitrag. Wir wünschen dir viel Spaß auf unserer gemeinsamen Entdeckungsreise.

 

Gemütliche Athleten & athletische Gemütlichkeit

Weißt du, wie sich Faultiere auf dem Boden bewegen? Sie krabbeln auf ihrem Bauch umher! Mit ihrer im Vergleich zum Menschen minimalen Muskelmasse sind Faultiere nunmal auch nicht gerade die effizientesten Spaziergänger, geschweige denn Läufer.

Wenn es jedoch keine andere Möglichkeit gibt, können sich Faultiere auch begrenzte Zeitspannen am Boden fortbewegen. Ihre meisterhafte Kletterfähigkeit macht es ihnen dafür wesentlich angenehmer, zwischen den Bäumen zu navigieren, wo sie auch für Raubtiere weniger sichtbar sind.

Ein Faultier hängt in Bäumen
Jean Claude van Damme zwischen zwei LKW

Finger- & Klauenfertigkeiten

Beim Greifen von Ästen können Faultiere ihre Handgelenke und Knöchel fixieren bzw. einrasten lassen. Aufgrund dieses speziellen Mechanismus‘ in ihren Sehnen können Faultiere lange Zeit kopfüber hängen und verbrauchen dabei fast keine Energie. Sie können sich sogar mit ihren Füßen an einem Ast festhalten und dabei über eine Stunde lang mit ihren Händen gemütlich essen. Ein durchschnittlich trainierter Mensch schafft dies allenfalls eine Minute.

Die Klauen der Faultiere sind eher Finger- und Zehenknochen als ein echter Nagel. Dennoch sind diese Klauen von einer dünnen Keratin-Schicht umgeben, dem gleichen Protein wie dem in menschlichen Finger- und Zehennägeln. Dem Einsatz von Touchscreens würde also auch bei Faultieren nichts im Wege stehen.

Geduldig in der Liebe

Obwohl weibliche Faultiere theoretisch jedes Jahr gebären können, ist dies selten der Fall, da sie in ihren Bäumen auf ihre Männchen warten. Die Männchen brauchen so lange, um sich zu bewegen und zu klettern, sodass es für die weiblichen Faultiere zumeist ein Geduldsspiel ist, auf ihre Romeos zu warten. Dies macht das Warten auf „den Einen“ zu einer sehr mühsamen und wohl eher frustrierenden Erfahrung. Aber, wie wir wissen und wie in allen Herzensangelegenheiten, ist es das Warten meist doch noch wert. 

 

Spaziergänge mit den Eltern

Faultiere halten sich, sobald sie auf der Welt sind, am Bauch ihrer Mutter fest, während sie klettert, frisst und ruht. Mamas Bauch scheint generell der sicherste Ort zu sein, wobei Mensch die Sache meist pragmatischer angeht und das Baby in eine bequeme Bauchtrage packt. Wenn etwas ältere Baby-Faultiere gelegentlich von ihrer Mutter ablassen, um ein bisschen die Umgebung zu erkunden, wissen sie, dass sie schnell zum Bauch der Mutter zurückkehren müssen, sobald sich diese bewegt, so dass sie sich beide zusammen fortbewegen und nicht verloren gehen. Aber zum Glück ist Mama meist ja nicht die schnellste Dame im Tierreich.

Von Fellpracht, Schwimmmeistern & stillen Örtchen

Faultier-Fell bietet eine ausgezeichnete Tarnung, so dass Raubtiere (Jaguare, Adler, Ozelots, etc.) es schwer haben, ihre gemütliche Beute zu finden. Faultiere passen sich perfekt der Farbe der meisten Baumrinden an und können daher im Wald sehr schwer zu erkennen sein. Außerdem wachsen Algen in und um jeden Haarschaft herum und dies hilft dem Faultier, sich optisch mit den Blättern auf Bäumen zu vermischen.

Viele Menschen glauben, dass Faultiere gar kein Wasser trinken, weil es sehr selten ist, ein Faultier tatsächlich dabei zu beobachten, wie es im klassischen Sinne trinkt. Es ist wahr, dass Faultiere die meiste Feuchtigkeit von den Blättern und Früchten bekommen, die sie essen. Im Regenwald ist es nämlich durchaus üblich, dass Faultiere das Wasser von den Blättern trinken oder lecken. Faultiere, die in Mangrovengebieten leben, benutzen hingegen häufiger Gewässer für regelmäßige Aktivitäten wie Schwimmen, WC-Gänge und um Trinkwasser aufzunehmen.

Apropos Schwimmen: Faultiere sind tatsächlich recht gute Schwimmer. Auch wenn sie darin keine Bestzeiten von Menschen knacken können, so sind sie im feuchten Element doch wesentlich agiler als ihr Verhalten an Land vermuten lässt.

Apropos WC-Gänge: Wusstest du, dass Faultiere einen vierteiligen Bauch haben? Es kann bis zu einem Monat dauern, bis sie eine Mahlzeit verdauen! Dies mag auch einer der Gründe sein, wieso sie nur einmal pro Woche ein großes Geschäft vollbringen.

Das ewige Lächeln

Von den 26 Gesichtsmuskeln des Menschen sind hauptsächlich 8 fast vollständig für die Mimik zuständig (auch „mimische Muskulatur“ genannt). Faultiere haben im Vergleich deutlich weniger Gesichtsmuskeln als Menschen, was eine interessante Folge hat: Ohne ausdrucksvolle Muskeln im Gesicht geben Faultiere den Anschein, als würden sie stets am Lächeln sein. Dies bedeutet zugleich, dass ein lächelndes Faultier nicht immer auch ein glückliches Faultier sein muss – im Zweifelsfall solltest du es also gleich nochmal knuddeln.

 

0 Kommentare

Einen Kommentar abschicken

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert.

Mehr lesen

Kontaktdaten

Telefon: 0800 22 33 177
Email: [email protected]
Website: www.hongi.com

Pin It on Pinterest

Share This