Magischer Vollmond: Wie viel Einfluss hat er auf uns?

Er macht dick, fruchtbar, aggressiv und beeinflusst die Geburtenrate sowie das Glück einer Ehe. Wovon wir sprechen? Vom Vollmond! Viele Mythen und Geschichten sind mit ihm verbunden. Beim Vollmond sollen Menschen schlafwandeln oder sich sogar in Werwölfe verwandeln. Der Mond zieht sich quer durch die Mythologie und durch viele Religionen. Und viele Menschen behaupten, sie würden seine Wirkung spüren. Wie ist es also? Beeinflusst uns der Mond mit seinen Phasen tatsächlich? 

Wir bei HONGi glauben nicht an Werwölfe. Wir glauben nur an Menschen, die einem Werwolf ähnlich sehen, wenn sie schlecht geschlafen haben. Und vielleicht auch vergleichbar grantig durch die Gegend laufen. Trotzdem. Alle Kollegen waren sich einig, dass sie den Einfluss des Vollmondes auf den Schlaf wahrnehmen oder zumindest Menschen kennen, die bei einem Vollmond unruhiger schlafen.

Nein, es gibt keine menschlichen Zombies, keine Schlafwandler, die auf dem Dach mit ausgestreckten Armen balancieren und keine Werwölfe. Aber dafür gibt es Menschen, die ihrer Schlafqualität nach genau sagen können, ob aktuell Vollmond ist. Ohne es vorher zu wissen und sogar mit zugezogenen Vorhängen! Was steckt dahinter?

 

Kraft des Mondes – Wahrheit oder Mythos?

Der Einfluss des Mondes auf große Gewässer in Form von Ebbe und Flut ist schon lange bekannt. Allerdings muss man hier noch mal betonen: Nur große Gewässer werden vom Mond beeinflusst. Deshalb bleiben Seen und Teiche vom Mond unbeeindruckt. Und wenn auch ein Mensch zum großen Teil aus Wasser besteht, die Menge ist zu gering um vom Mond beeinflusst zu werden. Dennoch haben sich über die Jahrzehnte und Jahrhunderte unzählige Geschichten gehalten, die vor allem mit dem Vollmond in Verbindung stehen. Menschen verändern sich angeblich unter dem Vollmond-Einfluss. Welche Mythen stehen also in Verbindung mit dem Menschen und dem Vollmond? Und lassen sich diese bestätigen?

MYTHOS: Vollmond hat Einfluss auf den Zyklus einer Frau.

Dagegen spricht, dass die Länge eines Zyklus von Frau zu Frau unterschiedlich ist. Vollmond ist jedoch alle 29,5 Tage. Eine Übereinstimmung mit dem Zyklus einer Frau wäre also eher ein Zufall.

MYTHOS: Bei einem Vollmond werden mehr Kinder geboren.

Unzählige Hebammen widersprechen dieser Behauptung und sehen keinen Zusammenhang zwischen einem Vollmond und einer Geburt. Auch ein Vergleich mit den Statistiken unterstreicht die Aussage der Hebammen.

FAKT: Vollmond hat eine Auswirkung auf Herzpatienten.

Ein Ärzteteam des städtischen Krankenhauses von Lugano beobachtete 1995 eine Häufung von Herzinfarkten in Vollmondnächten. Aber auch bei Neumond erlitten überdurchschnittlich viele Patienten einen Herzinfarkt. Eine aussagekräftige Studie zu diesem Zusammenhang wurde jedoch noch nicht durchgeführt.

MYTHOS: Menschen sind in einer Vollmondnacht aggressiver.

Auch mehr Gewalttaten sollen ausgeübt werden und viel mehr Verkehrsunfälle passieren. Allerdings wurden schon viele Statistiken zu diesem Thema erstellt und keine Zusammenhänge mit den Mondphasen gefunden. 

MYTHOS: Der Vollmond holt Schlafwandler aus dem Bett.

Früher war nachts der Mond meist die einzige Lichtquelle und der Vollmond erhellte die Nacht ganz besonders. Und weil Schlafwandler sich generell in Richtung einer Lichtquelle bewegen, entstand die Vorstellung, der Vollmond wäre für das Schlafwandeln verantwortlich. Dies ist natürlich nicht der Fall. 

 

Schlafen im Mondscheinlicht

Wie ist es nun also mit dem Schlafen und dem Vollmond? 39% der Befragten in der Umfrage des Instituts für Demoskopie Allensbach glauben, dass der Mond unseren Schlaf beeinflusst. Aber auch andere Umfragen lieferten ähnliche Ergebnisse. Außerdem gibt es bereits viele Studien, die den Einfluss des Mondes auf verschiedene Lebensbereiche untersuchen. 

Eine Studie aus dem Jahr 2013 hat tatsächlich die Wirkung des Vollmondes auf unseren Schlaf bestätigt. Die Ergebnisse waren verblüffend. Die Einschlafzeit soll bei Vollmond fünf Minuten länger gedauert haben, der Schlaf war insgesamt rund 20 Minuten kürzer. Auch waren die Tiefschlafphasen kürzer und der Melatoninspiegel niedriger. Die Herzen aller Vollmond-Verschwörungstheoretiker haben plötzlich höher geschlagen. Denn endlich gab es einen Beweis für die Wirkung des Vollmondes auf unseren Schlaf. Eine Studie gegen viele, die den Einfluss widerlegt haben. 

Doch leider war diese Studie ein totaler Reinfall. Denn es wurden nur 33 Personen untersucht und das auch nur innerhalb eines kurzen Zeitfensters. Somit gab es kaum Vergleiche zwischen der Schlafqualität bei Vollmond und in anderen Mondphasen. Die Anzahl der Versuchspersonen und ein kurzes Zeitfenster führten zu einer geringen Menge an Daten, welche auch noch wenig Aussagekraft besaßen. Dennoch haben auch Qualitätsmedien diese Studie weiter verbreitet und dafür geworben, dass der Einfluss des Vollmondes auf unseren Schlaf endlich bestätigt wäre. Im Juni 2014 kam dann endgültig die Gewissheit: Der Vollmond hat keinen Einfluss auf uns. Wissenschaftler am Max-Planck-Institut für Psychiatrie in München untersuchten nämlich Schlafdaten von 1265 Probanden aus 2097 Nächten. Die Wissenschaftler fanden dabei keinen Zusammenhang zwischen Mondphasen und Schlaf. Somit sollte das Thema nun vom Tisch sein. Ist es aber nicht.

 

Schlaflose Nächte

Egal, was wissenschaftliche Studien sagen, zahlreiche Menschen behaupten, sie würden während des Vollmondes schlechter schlafen. Auch von jungen Müttern hört man öfters, dass ihre Babys bei Vollmond unruhiger sind. Wieso fand die Wissenschaft also noch keine Beweise dafür? 

Doch, sie kann dieses Phänomen bereits erklären. Zumindest glaubt sie es… Ähnlich wie beim Schlafwandeln, wird der Schlaf durch zu viel Licht gestört. Es könnte also daran liegen, dass die Nächte bei Vollmond einfach heller sind. Dennoch bleibt der tatsächliche Einfluss des Vollmondes vorerst nicht wirklich geklärt. Denn die Wissenschaft spricht auch nicht ausdrücklich vom Licht des Vollmondes, das mit einer Helligkeit von weniger als einem Lux eher schwach ausfällt, sondern von unserer künstlichen Beleuchtung, welche unseren Schlaf stören soll. Somit bleibt der Einfluss des Vollmondes weiterhin fraglich. Viele Menschen behaupten, dass sie sogar in abgedunkelten Zimmern unruhiger schlafen, wenn der Vollmond scheint. Am Licht alleine sollte es also nicht liegen. 

 Wer weiß. Vielleicht ist die Wissenschaft noch nicht weit genug, um alles zu erklären. Vielleicht sind auch nur bestimmte Menschen so Mond-empfindlich und deshalb widerlegen die meisten Studien den Einfluss des Mondes. Und Manches lässt sich einfach nicht in Zahlen erfassen. Wir glauben also weiter daran, dass der magische Vollmond viel mehr kann, als nur die Nacht zu erhellen. 

 Und falls du an Werwölfe, steigende Geburtenraten und Schlafwandler glaubst, tue es ruhig weiter und lass dich nicht von der Wissenschaft verwirren. Auch die schlausten Menschen können nicht alles erforschen und vielleicht mischen sie auch die eigene Skepsis in die Ergebnisse hinein. Zumindest so lange, bis Ihnen tatsächlich ein Werwolf begegnet. Oder sie auf dem Dach des eigenen Hauses aufwachen. Unter dem wunderschönen Vollmondschein. 

 

Text: HONGi / Bild: Drew Tilk 

 

2 Kommentare

  1. Vielen Dank für die tollen Fakten. Vor allem der Kasten mit Mythen und Wahrheit gefällt mir sehr gut.

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